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Teures Telefonieren und Surfen Das grosse Geschäft mit dem Roaming

Für EU-Bürger ist telefonieren im Ausland günstig. So günstig, dass diese in der Schweiz zum Teil billiger telefonieren als Schweizer.

Legende: Video Teures Telefonieren und Surfen abspielen. Laufzeit 04:11 Minuten.
Aus 10vor10 vom 22.02.2017.

Telefonieren, SMS schreiben, Surfen. Für Schweizer im Ausland immer noch eine teure Angelegenheit. Nicht so für Europäer. Im Juni schafft die EU die Roaming-Gebühren ganz ab. Das heisst, EU-Bürger telefonieren im Ausland zum gleichen Preis wie zu Hause.

Touristen fahren mit der Zahnradbahn auf den Pilatus – das Handy immer bereit (Archivbild).
Legende: Touristen fahren mit der Zahnradbahn auf den Pilatus – das Handy immer bereit (Archivbild). Keystone

Das führt in der Schweiz zu einer schrägen Situation: «Mit gewissen Angeboten telefonieren Ausländer in der Schweiz günstiger als Schweizer», sagt Tarifexperte Oliver Zadori vom Vergleichsdienst «Dschungelkompass» gegenüber «10vor10». Zum Beispiel ein deutsches Aldi-Angebot. Es ermöglicht auch in der Schweiz für nur 11 Cent in der Minute zu telefonieren.

Margen sind hoch – zu hoch?

Der Vergleich zeigt jedoch, dass für Kunden, die viel mit dem Smartphone surfen, die Schweizer Abos günstiger sein können als die ausländischen. Der Vorteil der ausländischen Abos: Sie gelten – mit Einschränkungen – in ganz Europa. Darum sagt der Tarifexperte:

Wer nicht viel surft und viel im Ausland unterwegs ist, würde mit einem deutschen Abo teilweise günstiger fahren als mit einem Schweizer Anbieter.
Autor: Oliver ZadoriTarifexperte

Auch Mobilfunkanbieter hierzulande haben die Roaming-Gebühren in den letzten Jahren gesenkt, die Margen sind jedoch nach wie vor hoch. Schweizer Mobilfunkanbieter zahlen den ausländischen Firmen vier Cent pro Megabyte. Acht Cent verlangen sie im Schnitt von Schweizer Kunden – also gerade doppelt so viel. Noch höher sind die Margen bei den SMS: 4 Cent kostet der Einkauf, im Schnitt verrechnen die Schweizer Anbieter ihren Kunden 17 Cent pro SMS.

Für eine Minute Telefonieren zahlen Swisscom und Co. zwölf Cent, sie verlangen aber von Schweizer Kunden durchschnittlich 22 Cent. Dies ist offiziellen Zahlen des Bundesamtes für Kommunikation und der EU-Behörde Berek zu entnehmen.

Kritik auch von der Politik

Die Zahlen werden auch in der Politik zu reden geben. Dieses Jahr kommt die Revision des Fernmeldegesetzes ins Parlament. Auch eine Regulierung der Roaming-Tarife steht zur Debatte. Nationalrätin Natalie Rickli ist Präsidentin der Fernmeldekommission und kritisiert die hohen Margen: «Beim Roaming müssen unsere Anbieter keine eigentliche Leistung erbringen. Klar dürfen die Mobilfunkanbieter etwas verdienen. Aber es darf keine überrissene Preise geben.»

Auf Anfrage von «10vor10» betonen Sunrise, Salt und Swisscom, sie hätten vergleichbare Margen wie die EU-Anbieter. Ausserdem zeigt der Trend bei Swisscom und auch den anderen Anbietern in Richtung Flatrate-Abos. «Bei den meisten unserer Kunden ist Roaming schon einbegriffen», sagt Swisscom-Sprecherin Annina Merk.

Diese Abos sind aber teuer, kritisiert Priska-Birrer Heimo, Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz. Darum fordert sie eine Senkung der Roaming-Tarife für alle Kunden.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Da macht der Preisüberwacher NULL -so ist es wenn es in der CH ums liebe Geld geht ist alles erlaubt - der Kleine wird durchgehend abgezockt bis er in der Kiste liegt -dann haben die Hinterbliebenen noch den Kram zu erledigen immer dann wenn noch Geld da ist wird es besonders penibel .
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  • Kommentar von Joel Busch (Joel)
    Mich würde mal interessieren wieso in diesem Fall der Markt die Preise nicht schneller senkt. Ist sowas schon ein Marktversagen?
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  • Kommentar von Alexander Stickler (astickler)
    Im T-Mobile Magenta M-Tarif zahle ich z.B. 56 € monatlich und habe unbegrenzt Telefonie und SMS in alle deutschen Netze sowie Telefonie in der Ländergruppe 1 inkl. Schweiz zum Flat-Tarif (maximal 1000 Minuten pro Monat), und in Ländergruppe 1 inkl. Schweiz zusätzlich eine 3 GB Daten-Flat mit LTE max-Geschwindigkeit und bis zu 50 Mbit/s beim Upload. Das gute dabei ist: In der Schweiz kann ich damit sogar alle Mobilfunknetze nutzen, also besser als mit Schweizer Vertrag!
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    1. Antwort von Alexander Skwar (alexs77)
      Das muss man aber Mal ein wenig relativieren... 56€? Hmm... Jetzt nicht so der Burner... Für gerademal 3GB... Bei Salt zahlt man im Moment 70 Franken (= 65€) für unlimited Internet in der Schweiz und 1GB/Monat in der EU. Ja, 65 > 56, aber auch nicht so viel, wenn man da dann Mal die Löhne betrachtet. Und dafür hat man das Abo auch auf normalem Weg in der Schweiz mit einer Schweizer Handynummer. Für 10€ pro Monat würde ich nicht so einen Aufstand machen.
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