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Wirtschaft «Das schwierige Marktumfeld hat CS-Chef Thiam überrascht»

Die Credit Suisse will schneller und vor allem radikaler sparen als bisher bekannt. Grund ist das schwierige Umfeld, in dem sich die Banken ganz allgemein und die CS im Besonderen derzeit befinden, wie Wirtschaftsredaktorin Eveline Kobler erklärt.

Legende: Video Credit Suisse baut weitere 2000 Stellen ab abspielen. Laufzeit 0:36 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.03.2016.
Thiam Tidjane im Porträt mit nachdenklichem Blick und auf Hand gestütztem Kopf.
Legende: Die Turbulenzen an den Finanzmärkten Chinas und im Ölgeschäft bereiten CS-Chef Thiam Kopfzerbrechen. Keystone

SRF News: 4,3 Milliarden Franken will die Credit Suisse (CS) sparen. Das sind 800 Millionen mehr als CS-Chef Tidjane Thiam im Herbst ankündigte. Wieso verschärft er den Sparkurs jetzt noch weiter?

SRF-Wirtschaftsredaktorin Eveline Kobler: Thiam wurde vor allem von den unwirschen Märkten überrascht – also von den Börsenturbulenzen, vom Ölpreis, der eingebrochen ist, und von den Unsicherheiten über die Entwicklung der chinesischen Konjunktur. Das ist ein Umfeld, das für alle Banken schwierig ist. Die Credit Suisse ist momentan aber besonders verwundbar. Sie muss den teuren Konzernumbau stemmen und braucht die Erträge aus dem Bankgeschäft dringender als ihre Konkurrentinnen. Der Zeitpunkt des Umbaus hat sich als ungünstig erwiesen, deshalb hat Thiam das Sparprogramm beschleunigt. Man kann auch sagen, er will die Früchte seiner neuen Strategie rascher ernten können, als er das ursprünglich geplant hat.

Wie schlimm steht es um die CS?

Die Bank und auch ihr Chef stehen enorm unter Druck. Das zeigt der Aktienkurs, der seit Anfang Jahr um über 30 Prozent eingebrochen ist – stärker als bei der Konkurrenz. Thiam ist noch nicht einmal ein Jahr im Amt, und schon agiert er aus der Defensive. Auch Analysten und Anleger sind skeptisch, ob Thiams Plan, die Investmentbank zu verkleinern und gleichzeitig die ganze Bank zu vergrössern, aufgehen wird. Bisher bleibt der CS-Chef diesen Nachweis schuldig.

Was muss die Bank unternehmen, um wieder auf sicheren Boden zu kommen?

Das Hauptproblem der CS ist das Kapitalpolster, mit dem Banken in Krisenzeiten Verluste auffangen können. Bei der CS ist das Eigenkapitalpolster relativ dünn. Thiam will es aufstocken, indem er spart und riskante Geschäfte in der Investmentbank stoppt. Zudem verschafft er sich Kapital, beispielsweise indem er einen Teil des Schweizer Geschäfts 2017 an die Schweizer Börse bringt. Das alles braucht Zeit. Im ersten Quartal dieses Jahres wird Thiam einen Verlust ausweisen müssen. 2016 bleibt die CS also eine Grossbaustelle. Richtig greifen wird die Strategie erst 2018 – wenn alles planmässig verläuft.

Anders als die UBS war die CS nach der Finanzkrise wegen des Steuerstreits mit den USA lange gelähmt.

Im Gegensatz zur CS hat die UBS diese Probleme nicht. Was hat sie besser gemacht?

Die UBS war nach der Finanzkrise gezwungen, rasch zu agieren und die Investmentbank zu verkleinern sowie sich umzubauen. Die Credit Suisse hingegen war in dieser Zeit wegen des Steuerstreits mit den USA lange gelähmt. Wegen des ewigen Wartens auf die Busse und den Schlussstrich in dieser Affäre waren der Bank die Hände gebunden. Deshalb ist es auch erst im letzten Jahr zu einem Chefwechsel und zu einer Umstrukturierung gekommen. Das ist reichlich spät. Thiams Problem ist, dass er in einem schwierigen Bankenumfeld ein funktionierendes Geschäftsmodell finden muss. Und das ist schwierig.

Das Gespräch führte Ivana Pribakovitsch.

4 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Klar, einmal mehr auf dem Buckel der Unschuldigen (Angestellten, sprich Büezer).Die Schuld gibt man dem schwierigen Umfeld. Immer die anderen! Fehlt es dem CS Chef an genügender Qualifikation und die Zeche bezahlen nun seine Untertanen? Es fragt sich, ob man nicht lieber den CS Chef entlassen sollte und einen CEO anstellen sollte, der dem schwierigen Umfeld gewachsen ist. Es liegt nicht in unserem Interesse, auch der CS unter die Banknoten zu greifen.
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    1. Antwort von Charly Ball (Charly Ball)
      "..einen CEO anstellen, der dem schwierigen Umfeld gewachsen ist". Frau Zelger - wo wollen Sie den/die denn finden ??? Selber basteln ? Ist doch letztendlich egal ob Thiam, Müller oder Meier. Es handelt sich hier um die Gattung "globaler Manager" der möglichst schnell viel verdienen will und sich mit dem jeweiligen Land, der Firma und den Mitarbeitern gar nicht identifizieren kann/will.
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    2. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Den Schaden haben seine Vorgänger angerichtet. Einige dieser US-Boys haben danach zusammen mit dem Kapitän das angeschlagene Schiff verlassen. Was nicht unerwähnt bleiben darf: Die CS hat von keiner staatlichen/steuerlichen Geldspritze profitiert. Dass es ihr deshalb schwerer fällt, aus den Startpflöcken zu kommen, ist nicht überraschend.
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  • Kommentar von Rolf Michel (Mosses01)
    Ist dieser Thiam (CS Chef) ein Amerikaner - wenn ja, lassen Sie sofort die Finger von Geschäften mit der CS. Haben Sie mal gelesen, was das FACTA-Abkommen für CH- Bürger bedeutet - tun Sie das und Ihnensteigt die grüne Galle hoch, was da die EX-BR unterschrieben hat.
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