Zum Inhalt springen
Inhalt

Zahlungsverkehr der Zukunft Das war’s, oranger Einzahlungsschein

Der folgende Bericht sollte nicht nur Nostalgiker interessieren: Denn der Zahlungsverkehr verändert sich grundlegend.

Legende: Video Aus einem Einzahlungsschein wird ein einziger abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.03.2017.

Einzahlen mit Einzahlungsschein ist in der Schweiz seit über 100 Jahren Tradition. Tradition – aber eben nicht die Zukunft. Denn die Einzahlungsscheine wird es in drei Jahren nicht mehr geben. Der Zahlungsverkehr wird nämlich komplett neu organisiert.

Die Verantwortlichen aus der Finanzwelt haben heute in Zürich über den aktuellen Stand informiert. Wir haben die wichtigsten Fakten zum Zahlungsverkehr der Zukunft zusammengefasst.

Person bezahlt Rechnungen via e-Banking.
Legende: Die gute Nachricht: Vieles wird einfacher. Die schlechte Nachricht: Die Rechnungen müssen auch künftig bezahlt werden. Keystone

Der weisse Einzahlungsschein: Heute gibt es in der Schweiz zwei Zahlungssysteme: das der Post und das der Banken. Diese beiden Systeme werden schrittweise zusammengeführt. Konkret: Statt der roten und orangen Einzahlungsscheine, von denen es heute sieben verschiedene Ausführungen gibt, wird es künftig nur noch einen einzigen geben. Er ist weiss und kann vom Rechnungssteller selber erstellt und mit einem ganz normalen Drucker ausgedruckt werden.

IBAN statt Zahlengewirr: Wer Zahlungen online per e-Banking erledigt, muss sich heute – je nach Bank – mit unterschiedlichen Kontonummern herumschlagen. Auch hier wird der Zahlungsverkehr vereinfacht: Künftig wird es nur noch eine einheitliche Nummer geben: Die IBAN-Nummer (Internationale Bankkontonummer), die eine klare Identifikation des Geldempfängers erlaubt. Beispiel: CH19 12341234 1234123412.

Ein QR-Code.
Legende: Vor wenigen Jahren stifteten sie noch Verwirrung, heute sind QR-Codes allgegenwärtig. Keystone

Der QR-Code fürs Smartphone: Heute geht zwar noch etwa jede vierte Zahlung am Postschalter über die Bühne, der Rest wird aber bereits via e-Banking abgewickelt – sei es am PC oder via Smartphone. Die neue Lösung soll nun beides – also «physisches» und «virtuelles» Bezahlen – leisten können. Darum wird es auf den künftigen Einzahlungsscheinen auch einen sogenannten QR-Code geben. Wer nicht zur Post gehen will, kann diesen Code einscannen.

Jedermann muss umstellen: Die Neuerungen betreffen uns alle, Privatpersonen wie Unternehmen. Heisst: Daueraufträge, etwa für die Miete, müssen an die IBAN-Nummern angepasst werden. Firmen müssen ihre teils komplexe Software anpassen, mit denen sie Rechnungen oder Löhne bezahlen. Schliesslich steht auch die gesamte Finanzbranche vor grösseren Umbauarbeiten: Sie ist schon seit sechs Jahren daran, ihre Systeme anzupassen.

Darum kommt die Umstellung: Dahinter stecken regulatorische Gründe, die unter anderem in Zusammenhang mit dem Geldwäschereigesetz stehen. Die Schweiz übernimmt hier den Standard der EU, die ihren Zahlungsverkehr bereits vor drei Jahren harmonisiert hat. Jetzt zieht die Schweiz nach. Für die Firmen geht es bereits Ende Jahr los. Die Postfinance stellt den elektronischen Zahlungsverkehr dann auf das neue System um, die Banken ziehen bis Mitte 2018 nach.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

32 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Ich bin alt aber nicht blöd! Geb.1935 mache ich meine Zahlungen seit Jahren per e-banking!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Weshalb die Aufregung? Es ändert doch nur das Formular und die Kontonummer! Keine Rede davon, dass mit dem neuen Einzahlungsschein die Rechnungen nicht mehr am Postschalter einbezahlt werden können, und von der Abschaffung des Bargeldes schon gar nicht. Und ausserdem, die Post macht keinen neuen Gewinn, wenn nun der Einzahler am Postschalter anstelle des Rechnungsstellers die Gebühr bezahlen muss, ist doch einfach Verursacherprinzip.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von J. Oberlehrer (basisDEMOKRAT)
    Verstehen wir hier etwas denn so falsch? Die Möglichkeit der Bareinzahlung am Postschalter wird ja nicht abgeschafft oder doch? Nur der orange Einzahlungsschein wird weiß oder nicht? Werden wir dadurch wirklich zum gläsernen Menschen? Nein, das werden wird dadurch, weil wir meist freiwillig eine elektronische Fussfessel bei uns tragen, das Smartphone.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Der Zahlungsverkehr wird neu lückenlos erfasst. Erst der zweite Schritt ist die Abschaffung des Bargelds, was beispielsweise in Schweden bereits sehr fortgeschritten ist - und offenbar auch in China.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von J. Oberlehrer (basisDEMOKRAT)
      @m. mitula: Ja, sicherlich, aber der Zahlungsverkehr wird doch auch mit dem orangen Einzahlungschein schon lückenlos erfasst oder sind Sie anderer Meinung?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Nein, bisher ist das nicht der Fall. Beispielsweise durch den Einzahlungsschein ohne Referenznummer bleibt die Einzahlung relativ anonym - der Absender kann nicht nachgeprüft werden. Zudem gilt das Postgeheimnis. Erst mit der digitalen Erfassung aller IBAN-nummern ist die lückenlose Überwachung möglich. Derzeit könnte auch (noch) auf Bargeld ausgewichen werden. Ich empfehle ihnen den Vortrag von Professor Max Otte: "Bargeld ist Freiheit!".
      Ablehnen den Kommentar ablehnen