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Wirtschaft «Der Fed-Entscheid hat keinen Einfluss auf unsere Geldpolitik»

Für viele kam der Zinsentscheid der US-Notenbank überraschend: Weiterhin billiges Geld für die nach wie vor stotternde US-Wirtschaft. Auch die Schweizerische Nationalbank sieht keinen Grund etwas an ihrer Geldpolitik zu ändern. Warum, erklärt SNB-Präsident Thomas Jordan.

Legende: Video SNB-Präsident Thomas Jordan zur Geldpolitik abspielen. Laufzeit 04:29 Minuten.
Aus News-Clip vom 19.09.2013.

Für SNB-Präsident Thomas Jordan ist klar: «Der Entscheid der US-Notenbank war sicher eine Überraschung für die Märkte. Auf die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank hat der Fed-Entscheid aber keinen Einfluss.» Der Schweizer Franken habe sich gegenüber dem US-Dollar aufgewertet. Gegenüber dem Euro sei die Situation stabil geblieben.

«Für uns ist die Verteidigung des Euro-Mindestkurses zum Franken wichtig. Dies bleibt weiterhin der zentrale Punkt unserer Geldpolitik», sagt Jordan. Für das Land seien adäquate monetäre Bedingungen wichtig, um das Ziel der Preisstabilität zu erreichen. «Mit dem Festhalten am Euro-Mindestkurs zum Franken können wir erreichen, dass es überraschend zu einer Verschärfung der monetären Bedingungen kommt.»

Und wie sieht es mit der Gefahr einer Inflation aus? Diesbezüglich sieht SNB-Präsident Jordan keine Risiken in der Schweiz. «Unter der Annahme der momentanen Geldpolitik rechnen wir mit einem ganz moderaten Anstieg der Inflation. Und zwar über die nächsten drei Jahre hinweg.»

Immer noch grosse Risiken

Auch den Zustand der Schweizer Wirtschaft beurteilt der SNB-Chef positiv: «Sie hat sich im zweiten Quartal dieses Jahres besser entwickelt als erwartet. Wir erwarten jetzt für das Jahr 2013 ein Wachstum von 1,5 und 2 Prozent.» Damit wird klar: Die Schweizerische Nationalbank hat die Wirtschaftsprognose etwas nach oben korrigiert.

Trotz dem positiven Ausblick, weist der oberste Schweizer Notenbanker darauf hin: «Es gibt immer noch grosse Risiken, auch wenn diese etwas weniger im Vordergrund sind.» So bestünden in Europa nach wie vor ungelöste strukturelle Probleme in der Peripherie, wie zum Beispiel in Griechenland. Ebenso seien die Budgetprobleme noch nicht gelöst.

Risikobereich Immobilienmarkt

Und wie sieht es auf Schweizer Immobilienmarkt aus? Trotz Anzeichen einer Entspannung, warnt Thomas Jordan: «Man muss sehr vorsichtig sein. Die Ungleichgewichte sind in sehr vielen Segmenten im Immobilienmarkt immer noch vorhanden». Es bestehe sogar das Risiko, dass diese zunehmen könnten.

Bei den Immobilienpreisen habe die SNB festgestellt: Die Preisentwicklung habe sich etwas verflacht – nicht so wie in der Vergangenheit. Ebenso so sei die Kreditentwicklung etwas moderater verlaufen. Trotzdem: «Der Trend zeigt immer noch nach oben.»

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Nationalbank-Chef T. Jordan's Bemerkung bez. Imob.-Blase geht bei mir in den Bereich Wunschkonzert: Gegen seine Annahmen sprechen 4 Facts: 1. Weiterhin sind die Zinsen niedrig - Geld ist vorhanden 2. Bevölkerung wächst in der CH, u.a. dank massiv. Einwanderung v. Fachkräften 3. Liegenschaften in Top-Lagen sind immer noch gesucht. Ich spreche von Imob. von 1-5 Mio. CHF 4. Flucht in Sachwerte u.a. auch wegen unseeligen Steuerdebatten.
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