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Baustelle grossen Ausmasses von oben
Legende: 1880 begonnen, ist der Panama-Kanal heute wieder eine immense Baustelle. SRF
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Wirtschaft Der Panamakanal – eine monumentale Baustelle

Er ist eines der grössten und teuersten Bauprojekte der Menschheit. Weil der Panama-Kanal mittlerweile für zahlreiche Schiffe zu schmal ist, wird er derzeit für mehr als fünf Milliarden US-Dollar erweitert. Doch Streiks und Kosten-Überschreitungen verzögern den Bau.

Vor 100 Jahren eröffnet, gilt der Panama-Kanal als eine der wichtigsten Wasserstrassen für den internationalen Güterverkehr. Seit 1914 haben eine Million Schiffe die 80 Kilometer lange Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik durchfahren.

Doch die Wasserstrasse ist für zahlreiche moderne Schiffe nicht mehr zeitgemäss. Das heisst: Ihre Schleusen sind zu klein. Frachter dürfen höchstens 300 Meter lang und 32 Meter breit sein.

Kanal und Dschungel
Legende: 80 km künstliche Wasserstrasse vom Pazifik in den Atlantik. Der Panama-Kanal gilt als Jahrhundert-Bauwerk. Colourbox

Ein internationales Bau-Konsortium unter spanischer Führung hat den Zuschlag bekommen, den Kanal zu verbreitern – für 5,2 Milliarden US-Dollar. Nach Abschluss der Arbeiten werden die Schleusen Ausmasse von 400 x 55 Metern haben.

Weil künftig deutlich grössere Schiffsladungen transportiert werden können, wird sich die Kapazität des Kanals verdoppeln, gemäss Berechnungen der Kanalbehörde. Hingegen soll die Zahl der durchfahrenden Schiffe beim heutigen Stand von 14‘000 pro Jahr verbleiben.

Schiedsgericht wird angerufen

30'000 Menschen sind an dem monumentalen Bauprojekt beteiligt, dessen Arbeiten 2009 aufgenommen wurden. Die Fertigstellung hätte in diesem Jahr erfolgen sollen – wären da nicht Uneinigkeiten der Verantwortlichen. Das Bau-Konsortium macht Zusatzkosten von 1,5 Milliarden US-Dollar geltend. Unpräzise Angaben hätten dazu geführt, dass es sein Angebot nicht angemessen veranschlagt habe.

Die Kanalbehörde weist jede Verantwortung von sich. Die Uneinigkeiten führten zu einem Baustopp. Mittlerweile wird weitergebaut. Wer im Recht ist, soll ein internationales Schiedsgericht nach Fertigstellung der Bauarbeiten beurteilen.

Nicht nur auf der Ebene der Verantwortlichen treten Konflikte zutage. Unter den Arbeitern ist die Stimmung ebenfalls schlecht. Immer wieder treten sie in Streik. Ihre Vorwürfe: Sie arbeiteten zu einem Hungerlohn. Zudem seien die Löhne zwischen Einheimischen und internationalen Arbeitern ungerecht verteilt. Jene erhielten bis zu 14 US-Dollar Stundenlohn, sagt ein panamaischer Arbeiter gegenüber «ECO»: «Wir bekommen hingegen nur 3,60 US-Dollar.»

Die Streitigkeiten könnten auch den neuen Termin der Fertigstellung im Dezember 2015 hinfällig werden lassen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Lutz Bernhardt , Kreuzlingen
    @Peter Brisa: Ich bin kein Wutbürger. Die Panama-Investoren haben längst darüber nachgedacht, in welche neuen Projekte sie ihre Gewinne investieren. Für neue Projekte muss die Schweiz dagegen erst wieder ihre Steuerzahler zu Kasse bitten. Die Investition in die Durchmesserlinie wird ersatzlos konsumiert. Die Panama-Investoren bestimmen dagegen weit mehr, was sich weltweit verändert. DAS bringt die Schweiz direkt oder indirekt ins Hintertreffen. Dagegen war die Diskussion um den Gripen "pipifax".
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt , Kreuzlingen
    Zwei Milliarden Franken für die Durchmesserlinie Zürich, nur fünf Milliarden US-Dollar für die Erweiterung des Panama-Kanals (fast genau doppelt soviel) - stimmen da die Relationen? So gesehen ist das Projekt Panama-Kanal ausgesprochen kostengünstig. Schon dadurch muss man auf Hungerlöhne beim Bau schliessen. Beim Panama-Kanal erwartet die Investoren eine fette Rendite. Bei der Durchmesserlinie muss man sich um die Folgekosten sorgen. Beim Vergleich bleibt ein ungutes Gefühl zurück.
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    1. Antwort von Peter Brisa , Bern
      Je ne is klar Wutbürger - Sie arbeiten natürlich auch für 5-9$ die Stunde wie die Büezer dort...
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