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Wirtschaft Die ETH arbeitet nun mit der ESA zusammen

Mit Unterstützung der europäischen Raumfahrtbehörde ESA forschen drei Schweizer Startup-Unternehmen im Rahmen der ETH Zürich unter anderem an einem neuartigen Flugkraftwerk, das Strom produziert. Heute hat die ETH ihr neue Zentrum und die damit verbundenen Hoffnungen vorgestellt.

Die Raumfahrt sei schon immer eine treibende Kraft gewesen bei der Förderung von Innovationen, von neuen Technologien, sagt Jan Wörner, der Generaldirektor der Europäischen Weltraumagentur ESA: «Ein Beispiel ist die Scheibenbremse, die Keramikbremse am Auto. Das ist ein Abfallprodukt der Raumfahrt. Für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre musste man ein Material haben, das fest ist und gleichzeitig hohe Temperaturen aushält.»

ESA unterstützt junge Unternehmen

Mit dem neuen Business Incubation Centre der ESA an der ETH Zürich sollen weitere solche Innovationen den Weg vom All auf die Erde schaffen. Die ETH und die ESA arbeiten schon länger zusammen, so kam zum Beispiel bei der vielbeachteten Mission der Rosetta-Raumsonde Informationstechnologie der ETH zum Einsatz. Nun wird die Zusammenarbeit noch intensiver.

Jedes Jahr unterstützt die ESA mehrere Schweizer Startups bei ihren Entwicklungen mit bis zu 500'000 Euro. Es geht laut Jan Wörner aber nicht nur um die Finanzierung. «Viel wichtiger ist meistens der Zugang zur Technologie. Den ermöglicht die ESA durch ihr breit aufgestelltes Portfolio an Technologien. Diese stellen wir dann auch zur Verfügung.»

Schnellere Datenübertragung

Zu den ersten drei Startups, die davon profitieren, gehört Ligentec, ein Startup der ETH Lausanne. Ligentec nimmt eine Technologie, die bereits in der Europäischen Raumfahrt eingesetzt wird und will sie für den Einsatz auf der Erde anpassen. Es geht um Mikrochips, die eine bessere und günstigere Datenübertragung ermöglichen, wie Michael Geiselmann von Ligentec erklärt. «Wir alle wollen immer mehr Daten konsumieren, wollen aber nicht mehr Geld dafür zahlen. Diese Technologie ermöglicht höhere Datenraten für einen gleichbleibenden Preis für den Endkonsumenten.»

Für seine Entwicklung sei die Zusammenarbeit mit der Raumfahrtagentur ESA sehr wichtig: «Was wir uns erhoffen, ist der Zugang zu den grossen Partnernetzwerken der ESA. Es gibt verschiedene grosse Player, die entweder die Endkunden sein könnten oder von denen wir Technologie bekommen könnten.»

Bei weiteren Innovationen geht es um Solartechnik und Windenergie. Bei allen Projekten handelt es sich um Technologien aus der Raumfahrt, die für den Einsatz im täglichen Leben umgerüstet werden sollen. Dies ist einfacher als umgekehrt.

Vom All auf die Erde und zurück

Detlef Günther von der ETH Zürich ist aber überzeugt, dass es bald auch Innovationen von Schweizer Startups ins All schaffen werden. «Die ersten Schritte, die wir gemacht haben, sind Space to Earth. Ich bin sicher, dass es in der nächsten Runde auch Earth to Space sein wird.»

Das gemeinsame Programm mit der Europäischen Raumfahrtagentur ist auf fünf Jahre angelegt, dann wird entschieden, ob das Programm weitergeführt wird.

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