ILO-Report zu globalen Löhnen Die Lohnschere öffnet sich weiter

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Durchschnittslöhne sind 2015 laut ILO um 1,7 Prozent gestiegen.
  • Es sei der tiefste Anstieg seit vier Jahren.
  • In China legten die Löhne mit sieben Prozent am stärksten zu.
  • Die Schweiz bewegt sich im Mittelfeld.
  • In Brasilien, Russland und der Ukraine sind die Reallöhne zurückgegangen.

Vor allem in den aufstrebenden Ländern hat sich das Wachstum der durchschnittlichen Löhne im letzten Jahr stark abgeschwächt, wie der Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zeigt.

Löhne in drei Ländern gesunken

In Brasilien, Russland und der Ukraine sind die Reallöhne letztes Jahr gar zurückgegangen. Die Inflation in diesen Ländern ist hoch, die geringen Lohnerhöhungen können das nicht ausgleichen. Die ILO warnt: Wenn die Leute weniger verdienten, würden sie auch weniger konsumieren, was wiederum schlecht für das Wirtschaftswachstum sei.

Stärkster Anstieg in China

In China, wo die Löhne nach wie vor am stärksten zulegen, stieg der Durchschnittslohn noch um sieben Prozent. Vor ein paar Jahren betrug das Wachstum elf Prozent. Auch in den Industrieländern wuchsen die Löhne überdurchschnittlich, allen voran in Deutschland und den USA. Die Schweiz bewegt sich im Mittelfeld.

Europas Frauen immer noch im Nachteil

Neben den Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern macht die Studie auf weitere Ungleichheiten aufmerksam: Männer in Europa verdienen immer noch 20 Prozent mehr als Frauen. Wer in einer Firma zu den Top-Verdienern gehört, konnte sich laut ILO über eine deutlich grössere Lohnerhöhung freuen als Normal- oder Wenig-Verdiener.