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Umkämpfter Flugmarkt «Die Swiss muss ihren Spagat weiterführen»

Die Luftfahrt befindet sich im stetigen Wandel. Wie muss sich die Swiss positionieren und wer sind ihre Mitbewerber? Fluglinienexperte Cord Schellenberg sieht die Chance besonders im Premiumsektor.

Legende: Video Wie die Swiss den Billigfliegern trotzt abspielen. Laufzeit 01:15 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.08.2017.

Das erste Halbjahr 2017 verlief positiv für die Swiss: Sowohl beim Umsatz wie auch beim operativen Ergebnis (Ebit) konnte die Fluglinie gegenüber der Vorjahresperiode zulegen. Die positiven Zahlen kommen in Zeiten von veränderten Konkurrenzverhältnissen und Kundenwünschen im Flugmarkt.

Im umkämpften Premiumsegment kann sich die Swiss behaupten. Die Konkurrenz durch Golfairlines wie Emirates oder Qatar Airways im Luxusmarkt ist zwar merklich spürbar, laut Luftfahrtexperte Cord Schellenberg gelingt es dem Schweizer Fluganbieter jedoch weiterhin, zahlungskräftige Kunden für sich zu gewinnen. Mögliche Kundenabwanderungen zu den Fluglinien aus dem Golf stünden im Sorgenbarometer nicht länger zuoberst.

Ferienzielverschiebungen bringen keinen Gewinn

Für Cord Schellenberg hat die Premiumstrategie der Airline in den letzten Jahren gut funktioniert. Dennoch warnt er: «Die Preise sind unter Druck und die Golf-Carrier werben mit einem guten Produkt. Für die Swiss ist es die Aufgabe, einerseits cool zu bleiben und andererseits ein bisschen zu justieren.»

Schwieriger für die Fluglinie sieht die Lage beim traditionellen Sommertourismus aus. Die Nachfrage nach Reisen an klassische Urlaubsziele wie die Türkei und Ägypten nimmt aufgrund von politischen Unsicherheiten ab, wovon insbesondere südeuropäische Badedestinationen profitieren.

Doch obwohl sich die Strände in Spanien, Portugal oder auf den kanarischen Inseln füllen, schlägt sich das nicht in den Zahlen der Swiss nieder. Denn dieser Markt werde von Billigairlines dominiert, sagt Cord Schellenberg. Er empfiehlt deshalb: «Für die Swiss ist wichtig herauszufinden, ob diese Fluggäste auch bereit sind, ein bisschen mehr Geld auszugeben, als wenn sie mit einem Low-Cost-Anbieter fliegen würden».

Billigstrategie keine Option für die Swiss

Weil die Airline mit den Tiefstpreisen von EasyJet und Ryanair nach Südeuropa nicht mithalten könne, müsse der Unterschied in der Qualität gemacht werden. Cord Schellenberg sagt: «Die Swiss muss ihren Spagat weiterführen. Dieser Spagat besteht darin, dass man hochklassige und hochpreisige Angebote in den Markt stellt und gleichzeitig günstige Angebote macht, um über Zürich als Drehscheibe Fluggäste aus der ganzen Welt zu sammeln».

Ebenfalls im Wandel sind die Verhältnisse im Langstreckenflugmarkt, denn Billigairlines wie Norwegian Air Shuttle oder Air Asia fokussieren sich nicht mehr nur auf kurze Flüge ins nahe Ausland, sondern bieten auch Sitze von Europa nach Nordamerika oder Ostasien zu Niedrigpreisen an.

In diesem neuen Preissegment mitzumischen, lohnt sich laut Cord Schellenberg für die Swiss aber nicht: «Sollte sie auf die Idee kommen, ein solches Konzept auch in der Schweiz zu probieren, kann sie vor allem an Image und viel Geld verlieren, denn eine Langstrecke, die keinen Gewinn macht, macht sehr viel Verlust».

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Steiner (Andy Steiner)
    Sehr geistreich: "denn eine Langstrecke, die keinen Gewinn macht, macht sehr viel Verlust".
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  • Kommentar von Andy Schmid (andy)
    Im hoch preislichen Business + First Class Segment ist man offenbar zufrieden. Die gesamte Sitzauslastung mit angeblich über 80 % tönt auch gut + ist mit Beibehalten des Preis- und Komfort Mix kaum steigerungsfähig. Mein Rat:15% der Economy Sitze entfernen, zu günstigen Preisen wesentlich mehr Beinfreiheit + Komfort als die Konkurrenz anbieten + Vollauslastung erreichen. All in Preise für vollen Einheitsservice mit Gepäck + Mahlzeit. Keine Sondertarife für nur Handgepäck, Zusatzgebühren, etc.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Gerade nach Bangkok ist die Economy-Class in der Regel bis auf den letzten Platz ausgebucht, da macht es wenig Sinn, um 15% reduzieren zu wollen. Als Alternative käme höchstens die Economy-Class Plus in Frage, für Kunden, die für nicht allzu viel Geld mehr Komfort wünschen.
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