Die Tops und Flops der Schweizer Wirtschaft

Nach dem schwierigen Wirtschaftsjahr 2015 wartet die Mehrheit der Schweizer Unternehmen mit ermutigenden Halbjahreszahlen auf. Mit ein Grund waren erfolgreiche Kostensenkungsprogramme, darunter auch Stellenabbau. Sorgen bereiten die Grossbanken.

Die 5 Gewinner und 5 Verlierer im SMI seit Anfang Jahr Gewinner: Geberit, ABB, Actelion, SGS, Givaudan; Verlierer: Julius Bär, Adecco, Swatch, UBS, CS. Stand 18.8.2016

In den letzten Tagen und Wochen präsentierten viele Unternehmen ihr Halbjahresergebnis. Bei den grossen Schweizer Konzernen im Swiss Market Index ist der Reigen der Zahlenkränze schon fast vorbei. Eine erste Bilanz zeigt: Viele Unternehmen haben das erste halbe Jahr besser abgeschlossen als erwartet.

Konkret heisst das gemäss Martin Hüsler, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank: «Rund 60 Prozent der grossen Unternehmen haben nach unserer Einschätzung die Erwartung des Marktes einlösen können, nur rund 20-25 Prozent gelang dies nicht.»

Rote Aktienkurse flackern ueber den Bildschirm der SIX Swiss Exchange. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Besser als erwartet: ZKB-Analyst Hüsler zieht ein mehrheitlich positives Fazit. Keystone

Gesundgeschrumpft

Dass das erste Halbjahr bei einem grossen Teil der Konzerne überraschend gut lief, hat für Hüsler vor allem zwei Gründe: «Einerseits sind die Rohstoffpreise zu nennen. Andererseits wurden aufgrund des schwierigen Umfelds 2015 Kostensenkungsprogramme eingeleitet, die nun zunehmende Wirkung zeigen. Konkret wurde auch bei den Arbeitnehmenden Kosten eingespart, spricht Stellen abgebaut.»

Bessere Ergebnisse gab es also, weil viele Unternehmen die Kosten gesenkt haben. Dabei fallen die sogenannt zyklischen Firmen auf, die von der Konjunktur abhängig sind, wie zum Beispiel ABB oder LafargeHolcim. Die Industrie-Konzerne konnten auch an der Börse am meisten brillieren: Viele Titel legten seit Anfang Jahr zwischen 10 und 25 Prozent zu.

Grossbanken auf der Verliererseite

Die grössten Verlierer hingegen waren die Finanztitel. Die Aktie der Credit Suisse verlor seit Anfang Jahr über 40 und die der UBS über 30 Prozent. Auch wenn die Bankenergebnisse in etwa den Erwartungen entsprochen haben, so fehlt den Anlegern das Vertrauen in das Eigenkapital, ob das sogenannte Sicherheitspolster genug gross ist.

Aufgefallen seien bei den Präsentationen der Resultate insbesondere die unsicheren Zukunftsaussichten, sagt der ZKB-Analyst. Für das zweite Halbjahr sei der Tenor: «Grosse Zuversicht in eine starke globale Konjunktur haben die wenigsten Unternehmen.» Die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten auf der Welt beschäftigen viele Konzerne.