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Starker Euro Die Trendwende im Einkaufstourismus?

Das hat man schon lange nicht mehr gehört: Süddeutsche Geschäfte klagen über ausbleibende Schweizer Kunden.

Legende: Audio «Starker Euro bremst den Einkaufstourismus» abspielen. Laufzeit 1:40 Minuten.
1:40 min, aus HeuteMorgen vom 14.09.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Mitte Juni hat sich der Franken gegenüber dem Euro abgeschwächt. Kostete der Euro damals knapp 1,09 Franken, steht er aktuell bei gut 1,15 Franken.
  • Das bekommen auch die Einkaufsläden an der Schweizer Grenze zu spüren: Der Umsatz mit Schweizer Einkaufstouristen sei um 40 Prozent eingebrochen, wie der südbadische Handelsverband mitteilt.
  • Der Trend ist in Basel noch nicht zu spüren, wohl aber bemerken ihn die Geschäfte in St. Gallen. Die Umsätze seien deswegen aber noch nicht gestiegen, heisst es dort.
  • Eine Trendwende im Einkaufstourismus erwarten die Schweizer Ladenbesitzer erst bei einem Euro-Franken Kurs von 1,20.

Freiburg im Breisgau liegt zwar nicht direkt an der Schweizer Grenze, ist aber bei Schweizer Einkaufstouristen der grossen Ladendichte wegen sehr beliebt. Erstmals seit der Aufhebung des Franken-Euro-Kurses vor bald drei Jahren, gehen nun aber die Umsätze von Schweizer Kunden zurück.

Bernd Dallman, Geschäftsführer der freiburgischen Wirtschaft und Tourismusförderung kann und will keine konkreten Zahlen nennen, aber er stellt fest: «Gerade in diesem Sommer hat es eine spürbare Reduzierung der Umsätze mit Schweizern gegeben.»

Mit ein Grund für das Ausbleiben der Schweizer Kunden mag der teurere Euro sein. Nur direkt an der Grenze im Rhein-Center im deutschen Weil am Rhein beispielsweise, will man zwar von Umsatzeinbrüchen nichts wissen. Aber der Schweizer Umsatz wachse auch nicht mehr.

Bahnt sich eine Trendwende an?

In der Schweiz bleibt man vorsichtig: Bei den Basler Geschäften spürt man noch keine Veränderung, wie es beim Gewerbeverband heisst. Positiver tönt es aus St. Gallen. Ralph Bleuer, Präsident von Pro City St. Gallen, spürt die Trendwende zumindest.

«Ich habe in letzter Zeit von verschiedenen Seiten gehört, dass die Schweizer scheinbar nicht mehr in der gleichen Anzahl über die Grenzen einkaufen gehen.» Nur mehr Umsatz habe das den St. Galler Geschäften noch nicht gebracht.

Bei den Schweizer Ladenbesitzern hofft man deshalb darauf, auf dass der Euro-Franken-Kurs noch in diesem Jahr die psychologische Grenze von 1.20 Franken überschreitet. Dann würde der Einkaufstourismus ennet der Grenze deutlich zurückgegehen, ist Bleuer überzeugt.

24 Kommentare

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  • Kommentar von Andi Markoff (ansama)
    Was ich nicht verstehen kann sind Produkte, welche in der Schweiz produziert werden im Ausland günstiger sind (Zweifel, Ovomaltine, Ricola). Es gibt Produkte, welche im Ausland auch bei einem Kurs von 1.20 immer noch weit günstiger sind als bei uns (z.B. Barilla, Otrivin, Nivea) - da sind die Preise bei uns mehr als 100% höher!
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Ich bin in den letzten 20J nie im Ausland einkaufen gegangen, nicht einmal auf dem Rückweg von Auslandreisen. Da ist es mir zu schade um die Zeit zum Anstehen an der Grenze. (Typischer Grenzübergnag war Konstanz). Ich konsumiere zu wenig importierte Waren als dass es sich gross lohnen würde.
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  • Kommentar von Daniel Frei (daniel.frei9)
    Solange im Hochpreisland Schweiz die fetten Margen bei Konsumgütern nicht reduziert werden, solange werden auch die xtausenden Konsumenten weiterhin in D einkaufen.Punkt.
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