Direktimporte wegen CO2-Steuer eingebrochen

Seit vergangenem Juli gilt in der Schweiz das neue CO2-Gesetz, mit dem die Steuer auf bestimmte Neuwagen deutlich gestiegen ist. «10vor10»-Recherchen zeigen: Seit der Einführung der Steuer werden deutlich weniger Autos direkt in die Schweiz eingeführt. Der Konsumentenschutz ist alarmiert.

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Weniger Direktimporte

3:38 min, aus 10vor10 vom 10.1.2013
Die Einführung der CO2-Steuer hat zu einem deutlichen Einbruch der Direktimporteure geführt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Einführung der CO2-Steuer hat zu einem deutlichen Einbruch der Direktimporteure geführt. Keystone

Die Direktimporteure beklagen einen massiven Einbruch der Direktimporte. Wurden im ersten Halbjahr 2012, vor der CO2-Steuer, noch 21‘000 Fahrzeuge direkt importiert, waren es im zweiten Halbjahr noch 10‘000 Fahrzeuge.

Schuld sei die CO2-Steuer, sagt Roger Kunz vom Verband der freien Importeure.  Für Private und kleine Garagisten lohne sich der Import nicht mehr, der Schweizer  Automarkt werde verzerrt. «Wir erwarten, dass jetzt gehandelt wird. Sonst kehren wir wieder zurück zur Hochpreisinsel Schweiz», sagt Kunz gegenüber «10vor10».

Konsumentenschutz: «Preise werden steigen»

Vor einem Rückgang der Direktimporte warnte die Stiftung für Konsumentenschutz bereits vor der Einführung der CO2-Steuer. Geschäftsführerin Sara Stalder sieht die Konsumenten als Verlierer des rückgängigen Direktimportes: «Wenn es so weitergeht, können wieder einige wenige Anbieter die Preise diktieren. Das bedeutet, dass die Preise in der Schweiz wieder steigen werden.»

Die Direktimporteure fordern vom zuständigen Bundesamt, dass es handelt und Nachteile für Direktimporte beseitigt. Autos dürfen zwar als Occasionen ohne CO2-Steuer importiert werden, aber nur wenn sie im Ausland bereits länger als 6 Monate zugelassen waren. Direktimporteur Roger Kunz sagt: «Wir verlangen vom Bund, dass die Frist auf 3 Monate oder weniger verkürzt wird.»

Marianne Zünd vom Bundesamt für Energie nimmt die Zahlen zur Kenntnis, verweist aber auf das eigene Monitoring, das erst Mitte dieses Jahres ausgewertet würde. Dann werde das Bundesamt entscheiden, ob die Occasions-Frist angepasst werden müsse.