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Wirtschaft Ein Drittel weniger Gewinn: SBB spürt den starken Franken

Der Konzerngewinn der Bundesbahnen hat sich auf 246 Millionen Franken reduziert. Zu schaffen machen der SBB nicht nur Währungseffekte, sondern auch der teure Unterhalt der Schienen.

Legende: Video Rote Zahlen bei der SBB abspielen. Laufzeit 01:16 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.03.2016.

Um mehr als einen Drittel brach der Gewinn der SBB 2015 im Vergleich zu Vorjahr ein: Der Konzerngewinn lag bei 246 Millionen Franken – 127 Millionen weniger als 2014. Ohne den starken Franken wäre das Ergebnis um 80 Millionen höher ausgefallen, wie die SBB schreibt. Sie sieht sich «stark gefordert, aber gut unterwegs».

Dank Einstellungsstopps und Karenzfrist bei offenen Stellen oder Nachverhandlungen beim Einkauf hätten die negativen Effekte in Grenzen gehalten werden können. Die Nettoverschuldung der SBB erhöhte sich dennoch auf 8,25 Milliarden Franken, insbesondere wegen der Investitionen in Rollmaterial und Bahnhöfe und wegen des Defizits von Infrastruktur Netz, wie das Unternehmen schrieb.

Teurer Unterhalt

Der Mehraufwand im Unterhalt, den die SBB laut Vereinbarung mit dem Bund bis 2016 übernehmen muss, wirkt sich ebenfalls negativ aus. Die 109 Millionen Franken dafür finanzierte die SBB aus eigenen Mitteln. Der Geschäftszweig Infrastruktur schrieb denn auch einen Verlust von 96 Millionen Franken, fast doppelt so viel wie 2014.

Doch trotz der grossen Anstrengungen ist der Zustand der Fahrbahn nur «ausreichend», wie der am Freitag veröffentlichte Netzzustandsbericht 2015 ausführt. «Der Nachholbedarf konnte wie erwartet noch nicht nachhaltig stabilisiert werden», schreibt die SBB. Er erhöhte sich um 275 Millionen auf 2,8 Milliarden Franken, was gesamthaft nach wie vor rund drei Prozent des Wiederbeschaffungswerts aller Anlagen entspricht. Die Sicherheit ist laut der SBB aber gewährleistet. «Es gibt keine akut kritischen Anlagen.»

Nach zwei guten Jahren ist der Güterverkehr wieder defizitär

Der Güterverkehr, der 2013 und 2014 dank grosser Anstrengungen wieder einmal schwarze Zahlen geschrieben hatte, war im vergangenen Jahr wieder defizitär. Der Verlust betrug 22 Millionen Franken. Als Gründe nennt die SBB den starken Franken, die konjunkturelle Abschwächung sowie die zunehmende Deindustrialisierung. Dank Sparmassnahmen habe immerhin im zweiten Halbjahr ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden können.

Weniger Gewinn machte die SBB zudem mit ihren Immobilien. Das Ergebnis war im Vorjahr aufgrund der Veräusserung von Bürogebäuden aber aussergewöhnlich hoch ausgefallen. Im vergangenen Jahr resultierte ein Gewinn von 342 Millionen Franken.

Rekordzahl bei Passagieren

Doch die SBB kann fürs vergangene Jahr auch positive Zahlen vermelden. Die tägliche Passagierzahl erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 1,21 Millionen Passagiere und erreichte einen neuen Rekordwert.

Im Fernverkehr nahm die Nachfrage erfreulicherweise in Nebenverkehrszeiten erstmals stärker zu als in Hauptverkehrszeiten. Der Gewinn im Personenverkehr stieg von 104 auf 131 Millionen. Franken um rund einen Viertel.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Phillippe Ducrey (Jean-Phillippe Ducrey)
    Also diese Erklärung mit dem starken Franken ist schon arg weit hergeholt, wenn nicht hanebüchen. Übrigens: Dieselbe Bundesrätin, die sich für die starke Zuwanderung, für die hochschnellenden Bodenpreise, für die unsinnige und teure Energiewende einsetzt, de facto also die Deindustrialisierung zum grossen Teil mit verantwortet, dieselbe Bundesrätin stellt einen VR-Sitz im SBB Verwaltungsrat......
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  • Kommentar von frank nüller (frankysrf)
    so nebenbei: 1.2 millionen passagiere entprechen laut definition der sbb 600'000 personen, da jede fahrt als 1 passagier gezählt wird: 1 hin- und 1 rückfahrt derselben person ergibt 2 passagiere...
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  • Kommentar von Willy Bellwald (w.be)
    Das Bild zeigt es deutlich warum die SBB zu teuren Unterhalt zahlt! Solange nur dritt Firmen den Unterhalt verrichten kann man nicht sparen! Lasst endlich die eigenen Leute an die Arbeit so könnt ihr sparen!
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