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Wirtschaft Ein Jahr Negativzins – was hat er gebracht?

Vor rund einem Jahr beschloss die Schweizerische Nationalbank den Negativszins. Damit wollte die SNB den Schweizer Franken schwächen. Nun haben Ökonomen der Credit Suisse untersucht, ob diese Massnahme auch tatsächlich wirksam war.

Logo der Schweizerische Nationalbank am Hauptsitz.
Legende: Am 18. Dezember 2014 beschloss die Schweizerische Nationalbank den Negativzins. Der Effekt hielt sich jedoch in Grenzen. Keystone

Erstmals seit den Siebzigerjahren führte die SNB im letzten Dezember Negativzinsen ein. Sie beabsichtigte damit, dass die Investoren nicht mehr ausschliesslich in Schweizer Franken anlegen, sondern vermehrt andere Währungen bevorzugen. Doch so weit kam es nicht, wie Credit Suisse-Chefökonom Oliver Adler erklärt: «Das Vertrauen in den Franken ist weiterhin gross, während wenig in ausländischen Währungen investiert wird.»

Ebenfalls nicht helfen konnten die Negativzinsen in puncto Exportwirtschaft: «Der grosse Rückschlag bei den Exporten konnte trotz günstigeren Finanzierungsbedingungen nicht kompensiert werden», erklärt Adler.

Die Credit Suisse erkennt deshalb auch wenige Impulse für starkes Wachstum. Der Franken ist immer noch sehr stark und auch die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt verschlechtern sich.

Keine markanten Kursänderungen zu erwarten

Legende: Video «CS-Chefökonom Oliver Adler über die Negativzinsen» abspielen. Laufzeit 2:26 Minuten.
Vom 15.12.2015.

Adler erwartet auch keine grossen Änderungen bei den Wechselkursen. Höchstens eine wirtschaftlich besser aufgestellte Eurozone würde dem Franken helfen, da die Investoren dann ihr Geld im Euro anlegen. «Allerdings ist eine starke Konjunktur und das Ende der lockeren Geldpolitik in der EU erst Ende 2016 zu erwarten.»

Auch beim Dollar sind keine grossen Änderungen vorauszusehen. «Der Dollar wird sich stärken, allerdings nicht sehr markant», erklärt Adler. Erst wenn die US-Notenbank ein klares Signal für mehrere Zinserhöhungen in naher Zukunft gibt, würde sich der Dollar gegenüber dem Franken aufwerten.

5 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Künstliche Lebenserhaltung für eine Wirtschaft, die schon zu lange krebsartig wächst. Mit allen negativen Folgen in Bevölkerungszahl, sozialsystem, infrastruktur, energie und umwelt. Der befreiungsschlag von der geissel wachstum ist überfällig, weil ursächlich für viele probleme. Negativzins aufheben und los geht's! (Und nein , einfach wird's nicht)
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  • Kommentar von Hans Leuenberger (hansle)
    Normalerweise wird aus einer Stärke Kapital geschlagen. Nur die Frankenstärke hat offenbar dafür keine Kraft. Im Gegenteil: Die Frankenstärke schwächt unser Land, unsere Wirtschaft und damit jeden einzelnen Schweizer. Und dennoch gibt es auch in dieser Lage solche, die sich bereichern können.
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Wenn das Tauschmittel Geld im Übermass als Geldaufbewahrungsmittel missbraucht wird, steht die Wirtschaft still (Deflation), wobei diejenigen sogar belohnt werden, welche das Geld horten (Deflation -> Geld nimmt real an Wert zu) -> Teufelskreis bzw. sich selbst verstärkenden Prozess. Die Notenbanken haben kein gut und problemlos wirksames Mittel gegen eine Deflation, was nicht sein dürfte. Die CH als Hort der Stabilität ist ein weiteres Problem -> "Verfälschung" des Wechselkurses.
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    2. Antwort von Jürg Baltensperger (Baltensperger)
      Lassen Sie Sich von dem Begriff "stark" nicht irreführen. Stark ist nicht immer gleich gut insbesondere dann nicht, wenn Sie Kosten in CHF und Einnahmen in EUR/USD haben.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Es ist auch zu erwarten, dass ein Minuszins von -0.8% etwas gering ist für einen grösseren Effekt. Ohne Minuszinsen wäre die Situation aber noch schwieriger. Um wirksam zu sein müsste der Zins für Liquidität bei 3 bis 5%-Punkte unter der Wachstumsrate liegen. Das bedingt, dass auch Bargeld einem Minuszins unterworfen werden müsste. Dies würde sehr viele ökonomische Probleme lösen und Sachzwänge abbauen, daher würde sich der Aufwand solch ein System einzuführen, mehr als lohnen.
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