Energiekonzern Alpiq fängt sich auf

Der Energiekonzern Alpiq hat im ersten Halbjahr seinen Verlust deutlich verringern können. Weniger Abschreibungen und Sparmassnahmen wirkten sich aus.

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Alpiq geht es besser

1:07 min, aus Tagesschau am Mittag vom 26.8.2016

Die Restrukturierung bei Alpiq trägt erste Früchte: Der Energiekonzern hat im ersten Halbjahr 2016 seinen Reinverlust deutlich auf 2 Millionen Franken verringert. In der Vorjahresperiode hatte noch ein Minus von 886 Millionen Franken resultiert. Damals mussten auf Kraftwerken Wertberichtigungen und Rückstellungen in Höhe von 834 Millionen Franken (nach Steuern) vorgenommen werden.

Einschätzungen von SRF-Wirtschaftsredaktor Klaus Ammann

4:21 min, aus SRF 4 News aktuell vom 26.08.2016

Schulden etwas reduziert

Vor Sondereinflüssen schrieb Alpiq gar einen Gewinn von 41 Millionen (Vorjahresverlust 52 Millionen). Dabei sei das Finanzergebnis durch die tiefere Zinsbelastung sowie Fremdwährungseffekte positiv beeinflusst worden. Der Konzern konnte seine Finanzschulden reduzieren.

Dank Verkäufen von Beteiligungen (AEK Energie, Romande Energie Commerce) sank die Nettoverschuldung um 0,1 Milliarden auf 1,2 Milliarden Franken. Die liquiden Mittel stiegen leicht auf 1,6 Milliarden (von 1,5 Milliarden).

Mit Verkäufen auf Kurs

Auch operativ verbesserte sich das Unternehmen: Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug 168 Millionen nach einem Verlust von 458 Millionen Franken im Vorjahr, wie Alpiq mitteilt. Der Umsatz verringerte sich wegen tieferer Grosshandelspreise erneut, und zwar um 8,6 Prozent auf 3 Milliarden Franken.

Der Verkauf der eigenen Wasserkraftwerke laufe nach Plan. Die erste Angebotsphase wurde laut Alpiq im Juli abgeschlossen. Der Energiekonzern will sich von fast der Hälfte seiner Wasserkraft-Beteiligungen trennen, um den schlechten Geschäftsgang zu kompensieren.

Einschätzung von Wirtschaftsredaktor Klaus Ammann

Das Halbjahresergebnis ist deutlich stabiler als die vorhergehenden. Vor allem sind keine massiven Wertberichtigungen mehr vorgenommen worden. Trotzdem ist Alpiq noch nicht definitiv über den Berg. Der Umsatz geht weiter zurück, weil die Strompreise weiter gesunken sind. Alpiq ist zudem noch mitten im Umbau von einem reinen Stromproduzenten und -händler zu einem diversifizierten Konzern. So bietet Alpiq unterdessen verschiedene Dienstleistungen an, Tochterfirmen rüsten die Bahntechnik aus. Auch baut Alpiq sein Knowhow im Bereich Rückbau von AKWs aus.

Gebannt scheint die Gefahr, dass der Stromkonzern Konkurs gehen könnte. Alpiq ist geschrumpft, hat aber gleichzeitig relativ viel neues Geld beschaffen können. Die Bilanz sieht deutlich stabiler aus als auch schon.