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Wirtschaft «Er war der Beste, weil er schon da war»

Urs Schaeppi heisst der neue Chef der Swisscom, der Nummer eins im Schweizer Telekommunikationsmarkt. Er muss nur das «ad interim» aus seinem Titel streichen. Der bodenständige Teamplayer kennt den Konzern wie seine Westentasche und kann auf der Strategie seines Vorgängers aufbauen.

Jetzt sitzt er bei Swisscom auf dem Thron: Urs Schaeppi. Überraschend ist das nicht. «Er war der Beste, weil er schon da war», sagt Verwaltungsratspräsident Hansueli Loosli gegenüber SRF. Mit Blick auf die vereinfachte Führungsstruktur und die Fähigkeiten Schaeppis wäre es nach seinen Worten dumm gewesen, auswärts zu suchen. Loosli würdigt die grosse Umsetzungsstärke des 53-jährigen Berners.

Schaeppi war der Kronprinz. Wenn er will, darf er den Stuhl von Carsten Schloter erben, dessen Freitod im Sommer alle schockierte. Das war im Umfeld der Swisscom immer wieder zu hören.

Schaeppi: «Ein fantastisches Unternehmen»

Dass er will, habe einen einfachen Grund, sagt Urs Schaeppi: «Swisscom ist ein fantastisches Unternehmen. Wir haben extrem viele Chancen in dem Markt, der sich immer mehr digitalisiert, und das ist einfach spannend.»

Er muss es wissen. Angefangen hat er in der Mobilfunk-Sparte, viele Jahre an der Seite von Carsten Schloter. Dann war er verantwortlich für die Grosskunden, danach für Geschäfte der Swisscom in der Schweiz. Damit war er für 80 Prozent des Swisscom-Umsatzes zuständig. Ebenso viel lieferte er Jahr für Jahr als Gewinn dem den Konzern ab. Damit war Schaeppi auch offiziell die Nummer zwei seit Anfang Jahr.

Organisation strategiegerecht anpassen

Auf dem Thron markiert er nun sein Revier: Er stellt den Bereich der Grosskunden um. Er will Firmen alles aus einer Hand anbieten können – genauso, wie das bei den Privatkunden schon geschehe, sagt Schaeppi.

Der Telekommarkt verändere sich extrem schnell, betont Schaeppi. Getrieben sei die Neuausrichtung durch die Konvergenz der Produkte: Telekommunikation und IT verschmelzen immer mehr. Und die logische Folge davon sei, die Organisation strategiegerecht anzupassen.

Eine neue Strategie muss Schaeppi der Swisscom aber nicht verschreiben. Sie stimmt. Es ist ein Erbe von Carsten Schloter. Schäppi kann nun einfach seinen eigenen Weg gehen. Mit den alten Tugenden im Rucksack. Schaeppi ist kein Strahlemann, ein Berner, bodenständig, ein Teamplayer. Das passt zurzeit gut zur Swisscom nach dem Visionär Schloter.

(brut;krua)

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Wenn ich, als SwissCom Kunde, eine technische Störung habe, geht es mir in etwa so, wie wenn ich bei Sunrise eine Störung habe, der Automat sagt mir, man sei vor lauter Störungen überlastet, alle Helfer seien zurzeit beschäftigt, und ich solle doch bitte später wieder anrufen. Das ganze Theater dauert, wie bei der Konkurrenz, ellenlang. Wenn das aber alles ist, was der Visionär Schlöter wirklich hinterlassen hat, bin ich nicht so sicher, ob ich damit zufrieden sein kann. Viel Glück dem Neuen...
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