Zum Inhalt springen

Wirtschaft Ermotti: «Das Resultat ist die Folge einer klaren Strategie»

Die Schweizer Grossbank UBS hat im ersten Quartal des Jahres ihren Gewinn fast verdoppelt, wenn man es mit dem Vorjahr vergleicht. Rund 2 Milliarden Franken hat sie verdient – obwohl das Marktumfeld zur Zeit schwierig ist. Für CEO Sergio Ermotti ist dies kein Glücksfall.

Ermotti im Porträt
Legende: UBS-CEO Sergio Ermotti hat kein Problem, Gewinne zu machen. SRF

SRF News: Ist dieser Gewinnsprung einfach nur ein Glücksfall oder doch hart erarbeitet?

Sergio Ermotti: Ich glaube, wir haben in allen unseren vier Kernbereichen und allen Regionen sehr gut gearbeitet. Ich würde also sagen, dass es eine Überreaktion ist, das Ergebnis als statistischen Glücksfall zu bezeichnen. Wir haben schon seit längerer Zeit eine gute Strategie definiert, und wir sind in der Ausführung sehr diszipliniert. Die Resultate kommen auch wie erwartet.

Dieses Resultat haben Sie fast ausschliesslich den Kursschwankungen zu verdanken. Haben Sie jetzt gut daran verdient, oder was war die Eigenleistung der UBS?

Unser Geschäft ist auf Kunden konzentriert. Wenn die Kunden aktiver sind, dann profitieren wir als Bank. Aber die Resultate sind auch die Folge einer klaren Strategie, welche wir frühzeitig definiert haben. Wir sind sehr fokussiert und haben mehr Zeit für unsere Kunden. In den letzten 19 Quartalen gibt es einen klaren Trend, welcher eine Nachhaltigkeit unseres Geschäftsmodells zeigt.

Kann man jetzt dieses Quartalsergebnis mal vier rechnen, und dann hat man das Jahresresultat?

Das wäre sehr schön, wenn wir das machen könnten. Aber, wie wir schon im vierten Quartal des letzten Jahres sagten, dass man das nicht mit vier multiplizieren kann, so werde ich auch im jetzigen Quartal nicht sagen, dass man es so nehmen kann.

Die Negativzinsen der Nationalbank geben Sie an Geschäftskunden weiter. Geben Sie die auch bald an Privatkunden weiter?

Das ist nicht vorgesehen, und das haben wir auch ganz klar kommuniziert. Das ist heute keine Option, die auf dem Tisch liegt.

Bei den Hypothekarkrediten spürt man das ja bereits. Dort werden die Negativzinsen weitergegeben.

Ja klar, dort steigen die Kosten für die Ausleihen und unsere Risiken für langfristige Ausleihungen. Das ist eine negative Konsequenz. Die Negativzinsen treffen alle Banken, und alle Banken müssen das Gleiche machen.

Man hat aber den Eindruck aufgrund des guten Resultats, dass das vor allem die Kunden der Bank trifft, und nicht die Bank selbst.

Ich glaube, dass das Resultat der Bank die Konsequenz einer klaren Strategie ist, die seit langem besteht. Wir haben heute eine Rendite von unserem Kapital, welches knapp über den Kosten für dieses Kapital liegt. Ich glaube, dass das eine vernünftige Balance ist zwischen dem, was richtig ist für unsere Kunden, und dem was für unsere Aktionäre gut ist.

Legende: Video UBS-CEO Ermotti zu Negativzinsen abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.05.2015.

Also haben Sie kein schlechtes Gewissen, dass Sie so gut verdient haben in diesem Quartal?

Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen, weil ich weiss, dass dieses Geld durch die harte Arbeit von 60‘000 Mitarbeitenden verdient worden ist. Ich denke, dass wir ein nachhaltiges Resultat erwirtschaftet haben. Ich habe somit kein Problem, Gewinne zu machen.

Das Gespräch führte Jan Baumann.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.