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Wirtschaft Etwas mehr Arbeitslose im November

Im November hat die Arbeitslosigkeit leicht angezogen. Rund 4000 Personen mehr wurden im Vergleich zum Vormonat als arbeitslos registriert. Der Anstieg ist saisonal bedingt – einer der Gründe ist die Witterung.

Die Arbeitslosenquote ist in der Schweiz im November auf 3,2 Prozent gestiegen. Im Oktober lag sie noch bei 3,1 Prozent. Insgesamt waren Ende November 136'552 Personen arbeitslos. Das sind 4155 mehr als im Vormonat, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte. Die Zahlen liegen im Rahmen der Erwartungen.

Bergkantone besonders betroffen

Der Anstieg ist rein saisonal bedingt, wie Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, gegenüber SRF erklärt. Im Herbst steigt die Arbeitslosigkeit an. «Das hat einerseits Witterungsgründe, so wird beispielsweise die Bauwirtschaft verlangsamt. Andererseits ist es noch Zwischensaison.» Die Tourismus-Kantone seien darum besonders betroffen.

Prozentual am meisten Arbeitslose fanden sich denn auch im Gastgewerbe/Hauswirtschaft (13 Prozent). Am zweithäufigsten waren Berufsleute aus Handel/Verkauf ohne Job (11,3), gefolgt vom Baugewerbe (9,5) und kaufmännischen/administrativen Berufen (8,9).

Konstante Quote seit eineinhalb Jahren

Verglichen mit dem Vorjahresmonat reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen im November um 2521 Personen. Die Arbeitslosenquote stagnierte im Vorjahresvergleich bei 3,2 Prozent – für Boris Zürcher ein erstaunliches Phänomen.

«Seit Mai 2013 haben wir eine saisonbereinigte Arbeitslosenquote von 3,2 %», erklärt Zürcher. Das habe es so noch nie gegeben. Grund sei wohl, dass der Arbeitsmarkt weitgehend im Gleichgewicht sei. «Wir rechnen damit, dass die Arbeitslosenquote auch 2015 in etwa so bleibt.» Prognostiziert werden 3,1 %.

Mehr Leute auf Jobsuche

Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) sank im Berichtsmonat um 0,6 Prozent auf 18'602 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging sie um 3,8 Prozent zurück. Auch dieser Rückgang ist saisonal bedingt. «Im Sommer ist jeweils ein Anstieg zu verzeichnen, was mit den Schulabschlüssen zu tun hat. In der zweiten Jahreshälfte sehen wir in der Regel einen Rückgang», führt Zürcher aus.

Die Zahl der Stellensuchenden erhöhte sich Im November im Vergleich zum Vormonat um 6177 Personen. Insgesamt wurden damit 193'892 Stellensuchende registriert. Gegenüber der Vorjahresperiode ergab sich ein Rückgang um 1,3 Prozent. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich um 531 auf 10'545.

Junge finden rascher einen Job

Die Mehrheit der Personen ohne Job ist aktuell seit weniger als einem halben Jahr arbeitslos gemeldet (63,5 Prozent). Der Anteil der Langzeitarbeitslosen, die seit über einem Jahr bei einem RAV registriert sind, beträgt 15,6 Prozent.

Im Durchschnitt ist ein Arbeitsloser 28 Wochen ohne Job. Wird nach Altersgruppe unterschieden, zeigen sich jedoch grosse Unterschiede: Junge Personen finden den Weg aus der Arbeitslosigkeit wesentlich schneller als ältere.

Erläuterung zu Begriffen

Registrierte Arbeitslose sind Personen, die beim RAV gemeldet sind, keine Stelle haben und sofort vermittelbar sind. Dabei ist unerheblich, ob diese Personen eine Arbeitslosenentschädigung beziehen oder nicht.

Registrierte Stellensuchende sind alle arbeitslosen und nichtarbeitslosen Personen, welche beim RAV gemeldet sind und eine Stelle suchen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 62370 Stans
    Man bevorzugt lieber Junge aus dem Ausland, statt Ältere, erfahrene aus dem eigenen Land. Schade, befinden sich die älteren Semester nicht unter denn Schutz des Antirassismusgesetzes. Denn irgendwie hat auch das Alter etwas mit Rasse zu tun. Und ausserdem haben wir in der Verfassung das Gleichstellungsgesetz verankert. Dazu gehören auch die älteren Arbeitskräfte über 50.
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    1. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      Ich muss Sie korrigieren - Alter ist keine "Rasse". Was Sie hier ansprechen ist Altersdiskriminierung. Das sollte in der Tat angegangen werden. Wenn wir das eigene Potential nützen und Hausfrauen und ältere Personen wieder ins Arbeitsleben integrieren werden wir weniger abhängig von ausländischen Arbeitskräften.
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  • Kommentar von Henriette Rub, Bern
    Zwecklos, solche Statistiken. Vergleiche hinken bedenklich, da ja immer mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen. Im Griff zu halten sind wohl nur die Arbeitslosen. Wieviel Arbeitende dem zum gleichen Zeitpunkt gegenüber stehen, ist wohl kaum eruierbar.
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