EU legt Strafen für künftige Libor-Manipulationen fest

Jahrelang wurden internationale Zinssätze von Banken gezielt verfälscht. Dem will die EU jetzt einen Riegel vorschieben.

Die EU will die Manipulation von Finanzmarkt-Referenzsätzen wie dem Libor künftig mit hohen Strafen ahnden. Schuldigen Firmen droht mit dem jetzt verabschiedeten Gesetz künftig eine Geldbusse von bis zu 15 Prozent ihres Umsatzes.

Die neuen Regeln zum Missbrauch der Finanzmärkte erstrecken sich auch auf den Hochfrequenzhandel. Das neue Gesetz wurde vom EU-Parlament verabschiedet und soll innerhalb von zwei Jahren in Kraft treten.

Weltweit wird in dem Libor-Skandal gegen mehr als ein Dutzend Banken ermittelt. Der Vorwurf lautet, dass mehrere Ringe von Händlern in der Finanzkrise Referenzzinsen wie Libor und Euribor zu ihren Gunsten manipuliert haben, um Handelsgewinne einzustreichen.

Einige Geldhäuser haben die Affäre durch hohe Strafzahlungen beigelegt: UBS, Barclays und die Royal Bank of Scotland zahlten zusammen mehr als 2,5 Milliarden Dollar.

Der Libor ist einer der wichtigsten Referenzzinssätze für Hypotheken und andere Kredite. Von ihm hängen weltweit Finanzgeschäfte im Volumen von mehreren Hundert Billionen Dollar ab.