Zum Inhalt springen

Wirtschaft Eurozone: So geht's den grossen Vier

Nach Finanzkrise und Schuldenkrise ist die Eurozone aus dem Gröbsten heraus – auch weil Deutschland als Wirtschaftsprimus kräftig wächst. Allerdings ist die Entwicklung in den einzelnen Ländern höchst unterschiedlich. Ein Überblick über die grossen Vier der Eurozone.

Legende:
BIP Deutschland in Billionen Euro So schnell wächst der Wirtschaftsmotor Deutschland. Eurostat

Das europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg hat über das Wirtschaftswachstum in der Eurozone im letzten Quartal 2014 informiert. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) in den Euro-Ländern stieg gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent. Ökonomen hatten 0,2 Prozent erwartet. Und so sieht es bei den grössten Vier aus:

Deutschland

Unser nördlicher Nachbar ist die Konjunkturlokomotive in Europa. Zwar schrammte Deutschland im vergangenen Sommer noch an einer Rezession vorbei, feiert aber dank eines kräftigen Wachstums zum Jahresende hin ein Comeback.

Die wichtigste Säule ist der private Konsum, der von Lohnerhöhungen und den Beschäftigungsrekorden am Arbeitsmarkt gestützt wird. Zudem gibt es viele investierfreudige Unternehmen, und die Exporteure profitieren vom billigeren Euro.

Legende: Video Erfreuliche Wirtschafts-Daten aus der EU abspielen. Laufzeit 00:47 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.02.2015.

Das Bruttoinlandprodukt kletterte von Oktober bis Dezember um 0,7 Prozent – mehr als doppelt so stark wie in der Euro-Zone und auch von Ökonomen vorhergesagt.

Im Gesamtjahr legte die Wirtschaftskraft im Euro-Raum um 0,9 Prozent zu. Insgesamt 19 Länder in Europa nutzen den Euro als Währung, Litauen ist aber erst zum Jahresanfang hinzugekommen.

Frankreich

Die Nummer Zwei der Eurozone steckt in einer wirtschaftlichen Lähmung. Es gibt kaum Wachstum – im letzten Quartal 2014 betrug es gerademal noch 0,1 Prozent.

Grösstes Problem ist die Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau. Die Regierung steckt deswegen in der Zwickmühle, denn sie muss massiv sparen, um das ausufernde Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen.

Italien

Die drittgrösste Volkswirtschaft der Eurozone kommt nicht aus dem Tal heraus. Das Wachstum stagniert am Jahresende 2014. Die Arbeitslosigkeit ist auf einem Rekordhoch. Italien hat noch viele Reformen vor sich – wehrt sich aber auch gegen strikte Sparvorgaben der EU.

Spanien

Das einstige Krisenland scheint über den Berg. Die viertgrösste Ökonomie in der Eurozone wuchs zum Jahresende so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr – satte 0,7 Prozent. Allerdings leidet die iberische Halbinsel immer noch unter einer extrem hohen Arbeitslosigkeit.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Wer sich über die herrschende Stimmung in Deutschland (die mehrheitlich lohnabhängigen Menschen!) live orientiert und zuhört, fragt sich, wie lange die Politiker noch soviel Geld (der Anderen) in die maroden EU-Staaten abliefern wollen! Irgend einmal gibts in Deutschland (wieder) ein gehöriger CHLAPF! Auch wenn es die EU-Turbos und deren Wasserträger nie wahr haben wollen, aber die EU ist eine völlige Fehlkonstruktion einer Völkervermischung (wie damals die UdSSR oder Yugoslawien)!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Felix Müller, Bern
    Spaniens BIP wächst um 0.7% nach 7 Jahren mit (gefühltem) jährlichem Negativwachstum um über 1%. Hurra, Ordoliberalismus funktioniert! Tatsächlich sind Länder wie Schweden, Österreich und die Schweiz, also Länder mit einem ausgebauten Wohlfartsstaat, über die letzten 20 Jahre mit am stärksten gewachsen; von einem sehr hohem Ausgangsniveau aus. Mir fällt kein Fallbeispiel ein, in dem eine Senkung der Staatsquote Wohlstand geschaffen hat. Pinochets Chile und der Aufstieg Putins sind Menetekel.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von kari huber, surin
      Schweden mit ausgebautem Wohlfahrtsstaat? Sie machen wohl Witze? Schweden ist das Land, in dem AHV-Rentner soviel weniger bekommen, wie die Arbeitenden weniger einzahlen. Automatisch! Wollen Sie im Ernst behaupten, so funktioniere ein Wohlfahrtsstaat?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen