Facebook setzt auf virtuelle Realität

Nach der Übernahme von WhatsApp hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg den nächsten milliardenschweren Zukauf eingefädelt. Er blättert bis zu 2,3 Milliarden Dollar für Oculus VR hin, einen Spezialisten für Virtual-Reality-Brillen.

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Über 2 Milliarden für eine Brille

2:33 min, aus 10vor10 vom 26.3.2014

«Oculus hat die Chance, die sozialste Plattform aller Zeiten zu erschaffen und damit die Art und Weise zu verändern, wie wir arbeiten, spielen und kommunizieren», begründete Zuckerberg den Zukauf. Das junge Unternehmen Oculus VR ist vor allem für seine Datenbrille Oculus Rift bekannt.

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Oculus-Rift im Test

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Facebook zahlt 400 Millionen Dollar in bar, rund 1,6 Milliarden Dollar in eigenen Aktien sowie weitere bis zu 300 Millionen Dollar, wenn bestimmte Ziele erreicht werden. Der im Februar verkündete Zukauf des Kurznachrichten-Dienstes WhatsApp war insgesamt 19 Milliarden Dollar schwer.

Übernahme sorgt nicht nur für Freude

«Stellen Sie sich das wie bei einem Sitz am Spielfeld-Rand bei einem Match vor: Man kann in einem Klassenzimmer mit Studenten und Lehrern aus der ganzen Welt lernen, einem Arzt gegenübersitzen oder beim Online-Shopping interessante Produkte erkunden», schwärmte Zuckerberg von den zukünftigen Möglichkeiten der Virtual-Reality-Brille.

Doch nicht überall herrscht Freude über den Zukauf: So stoppte etwa der Entwickler des Spiels «Minecraft», Markus Persson, die geplante Zusammenarbeit mit Oculus. In einem längeren Blog-Eintrag begründete er seinen Entscheid: Facebook sei bekannt dafür, «sich um die Steigerung von Nutzerzahlen zu sorgen - und um nichts anderes als die Steigerung von Nutzerzahlen».

Auch viele Nutzter der Crowdfunding-Plattform Kickstarter zeigen sich wenig erfreut. Oculus VR sammelte im September 2012 fast 2,5 Millionen Dollar bei Kickstarter und finanzierte so überhaupt erst die Entwicklung der Oculus-Brille. Während die Oculus-Macher von der Facebook-Übernahme finanziell enorm profitieren, gehen diese ursprünglichen «Investoren» aber leer aus.