Flugzeugwartungsfirma SR Technics streicht 250 Stellen

Schlechte Nachrichten für die Zürcher Beschäftigten von SR Technics. Wegen schwankender Auftragslage sollen mehrere Hundert Stellen abgebaut werden.

Ein Arbeiter der SR Technics. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Stellen fliegen von Kloten nach Belgrad: SR Technics plant massiven Stellenabbau am Standort Zürich. Keystone

Der aktuellen Frankenaufwertung fallen Arbeitsplätze beim Flugzeugwartungsunternehmen SR Technics zum Opfer. Die Firma plant den Abbau von bis zu 250 ihrer aktuell 2400 Stellen in Zürich. Dies teilte das Unternehmen mit.

SR-Technics begründete den geplanten Abbau in den nächsten zwölf Monaten mit den starken Währungsschwankungen den den hohen Kosten am Schweizer Standort. Betroffen sind administrative Stellen in Zürich. Gleichzeitig wird SR Technics laut Medienmitteilung ein Service Center in Belgrad aufbauen. SR Technics hat derzeit weltweit rund 3300 Stellen.

Versetzung und Pensionierung statt Entlassung

In den nächsten zehn bis 14 Tagen werden Konsultationen zwischen dem Unternehmen und den Gewerkschaften stattfinden. René Zurin, Sekretär der Gewerkschaft VPOD, zeigte sich nicht überrascht von der Ankündigung. Der Abbau habe sich abgezeichnet und die Probleme hätten sich durch den starken Franken noch verstärkt.

Ziel der voraussichtlich bis Mitte März anberaumten Konsultationen sei es, die Zahl der Entlassungen zu reduzieren. Durch vorzeitige Pensionierung und interne Versetzungen dürfte der Abbau laut Zurin geringer als nun angekündigt ausfallen.

Der Ausbau in Belgrad zeige, dass es sich um eine Verschiebung oder Auslagerung von Arbeitsplätzen handle, erklärte der Gewerkschaftssekretär. Die Kosten in Serbien seien halt geringer.

Wachstum geht weiter – aber nicht in der Schweiz

Im Januar, nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank, hatte SR Technics-Konzernchef André Wall betont, dass das Unternehmen weiter wachsen wolle. Der Umsatz solle in den nächsten fünf Jahren jährlich in einem hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Und die Profitabilität gar im niedrigen zweistelligen Prozentbereich steigen.

Wall betonte damals, dass die schlagartige Aufwertung des Frankens SR Technics hart treffe. Die Luftfahrt zahle fast ausschliesslich in amerikanischen Dollar. Während die Hälfte der Aufträge aus Europa komme, falle mit zwei Dritteln der Beschäftigten in der Schweiz der entsprechende Kostenanteil in Franken an. Der SR Technics-Chef machte deutlich, dass das Wachstum an anderen Standorten ausserhalb der Schweiz stattfinden dürfte.

Die ehemalige Swissair-Tochter SR Technics gehört der Holding Mubadala aus dem Emirat Abu Dhabi. SR Technics hat seinen Sitz am Zürcher Flughafen und grössere Niederlassungen in Grossbritannien, Irland und Malta.