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Wirtschaft «Flyer» sind doch nicht so schlecht

Auch die deutsche Stiftung Warentest ist nicht unfehlbar: Das zeigt ihr vielbeachteter Test für Elektrovelos. Nach einer Änderung der Kriterien schwingt das E-Bike «Flyer» nun obenaus – nachdem es letztes Jahr noch durchgefallen war.

Eine Frau auf einem Ebike
Legende: Einmal Flop und dann Topp: Neue Testmethoden bringen das Ebike «Flyer» wieder ins Rennen. Keystone

Im Juni 2013 schnitt das Schweizer Elektrovelo «Flyer» in einem Test der deutschen Stiftung Warentest sehr schlecht ab. In Deutschland gingen die Bestellungen schlagartig um 90 Prozent zürück; ein Millionenschaden für den «Flyer»-Hersteller Biketec. Im Test war der Rahmen des «Flyers» gebrochen.

Kritik am Testverfahren hat gewirkt

Biketec kritisierte das Testverfahren und wollte sogar gerichtlich gegen die Stiftung Warentest vorgehen. Man habe noch nie einen gebrochenen Rahmen gehabt, argumentierte das Unternehmen. Rechtsexperten rieten jedoch von einer Klage ab. Klagen gegen die Stiftung seien aussichtslos, meinten sie.

Doch der Protest von Biketec hat gewirkt. «Es gab viel Kritik von den Herstellern. Dieser haben wir uns nicht verschlossen und sind darauf eingegangen», sagt Projektleiter Kolja Oppel von der Stiftung Warentest. Nun haben er und sein Team wieder E-Bikes getestet – und dabei das Testprogramm angepasst: «Wir haben uns für eine andere Variante der Betriebssicherheits-Prüfung entschieden.» Und siehe da: Beim neuen Test schloss der «Flyer» als Sieger ab.

Warentests sind nicht unfehlbar

Letztes Jahr ein Debakel, dieses Jahr Platz eins: «Flyer»-Chef Simon Lehmann hat gemerkt, wie mächtig eine Organisation wie die Stiftung Warentest sein kann. Er ist hin- und hergerissen, was den Wert solcher Tests betrifft. Zwar würden sich die Konsumenten oftmals an solchen Tests orientieren, deshalb seien sie auch für sein Unternehmen relevant. Doch: «Schlussendlich arbeiten wir bei der Qualität nicht für Konsumententests, sondern für die Qualität des täglichen Gebrauchs», betont er.

Das Fazit der Kontroverse: Auch Testorganisationen sind nicht unfehlbar. Und die Schweizer Firma Biketec wird künftig in Deutschland wohl wieder mehr E-Bikes verkaufen als im vergangenen Jahr.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Jens Brügger, Schaffhausen
    In der heutigen Zeit braucht anscheinend alles einen Motor, bei einigen macht es durchaus Sinn, bei anderen definitiv nicht.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Wichtig ist, dass sich die Warentester nicht als Übermenschen hinstellen und zu Fehlurteilen stehen. Alles muss Korrekt und Ehrlich abgehandelt werden, nur so kann sich der Käufer auf die Waren verlassen. Leider ist das bei Autokäufen nicht mehr der Fall, hier wird der Kunde an der Nase herum geführt und riskiert womöglich noch sein Leben, weil Pfusch im Spiel war.
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