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Wirtschaft Forster Küchen werden deutsch

Der Bauausrüster Arbonia-Forster steigt aus dem Küchengeschäft aus. Piatti und Forster Stahlküchen gehen an den deutschen Hersteller Alno. Für die 500 Mitarbeiter soll sich nichts ändern.

Legende: Video AFG verkauft Küchengeschäft abspielen. Laufzeit 00:49 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 17.01.2014.

Erst vor gut einem Jahr knapp der Pleite entgangen, geht der Küchenmöbelhersteller Alno auf Einkaufstour: Das Unternehmen kauft den Schweizer Marktführer AFG Küchen mit den Marken Forster (Stahlküchen) und Piatti (Holzküchen).

Küchensparte war Sorgenkind

Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart, wie AFG mitteilt. Finanzchef Felix Bodmer räumte aber ein, der Verkaufspreis bewege sich wie von Analysten geschätzt zwischen 30 und 35 Millionen Franken. Das Küchengeschäft litt in letzter Zeit stark darunter, dass Hausbesitzer sich im benachbarten Ausland mit billigeren Küchen eindeckten.

Die Marken Piatti und Forster werden von Alno unverändert und als eigene Organisation weitergeführt, wie AFG-Chef Daniel Frutig sagte. Im thurgauischen Arbon geht auch Land am See und die Forster-Küchenfabrik in den Besitz von Alno über. Im zürcherischen Dietlikon, wo Piatti produziert, wird Alno das Fabrikgebäude mieten.

Alno stärkt Auslandgeschäft

Die 500 Mitarbeiter will Alno übernehmen. Für die AFG sei der Verkauf ein letzter Schritt in der Konzentration auf das Kerngeschäft mit Heiztechnik, Fenster und Türen.

Alno erwartet aus der Übernahme Kosteneinsparungen im zweistelligen Millionenbereich. Den Auslandsanteil am Umsatz könne das Unternehmen dank AFG auf über 40 Prozent steigern. Die Deutschen produzieren jährlich rund 350'000 Küchen im Vergleich zu den knapp 20'000 von Arbonia.

Knapp vor Konkurs gestanden

Der einstige Marktführer für Küchenmöbel in Deutschland stand vor gut einem Jahr schon kurz vor dem Aus. Nur weil Hauptaktionäre, Banken und Lieferanten sich auf ein Finanzierungspaket verständigten, wurde der Küchenhersteller gerettet.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von W. Busch, Europa
    Zu einem Handel gehören immer Zwei: Ein Verkäufer und ein Käufer! Wer het denn verkauft, die Deutschen oder die Schweizer - also, was soll denn hier die unqualifizierte Aufregung?
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  • Kommentar von H. Wach, Luzern
    Nicht Jammern. Es musste so kommen. Edgar Öhler, ein bestens vernetzter Macher in Politik und Wirtschaft, insbesondere im Bau- Haupt & -Nebengewerbe, hatte die Idee (wie viele andere auch) sich gegen die seit Jahrzehnten gültigen Euro-Normen (EN) vor Importen zu schützen. Beispiele: „Schweizer Küchen-Norm“ = 55 cm Einbaubreite, EN = 60 cm!! „CH-Norm“ auch für Fenster & Türen, usw. „CH-Norm“ ist mindesten 30% teurer. Folgen: EN-Norm-Produkte sind viel billiger, der Markt mind. 10x grösser.
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  • Kommentar von Heinrich Gretler, Seldwyla
    "Die 500 Mitarbeiter will Alno übernehmen." Für wie lange, um den Schein zu wahren? Eine Stellungnahme E. Oehlers wäre sehr interessant. Er hat jahrelang aufgebaut und der Region viel gegeben. Jetzt treten nach altbekanntem Muster die Hyänen auf den Plan und zerfleischen das gute Stück (siehe Feldschlösschen, Swissair usw,) Für die Firmenzentrale wurde eigens Land umgezont. Die Liegenschaft ist mitlerweile verkauft und AFG zahlt Miete im eigenen Haus. Lug und Betrug wo man hinschaut!
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    1. Antwort von B.Rosenberg, 8493 Saland
      Herr Gretler, wie viele Schweizer kaufen gedankenlos Ihre Produkte im benachbarten Ausland, ganz nach dem Motto, mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel profitieren. Es nähme mich Wunder, wer von diesen 500 betroffenen Angestellten sich für seinen täglichen Bedarf im Ausland eindeckt und dabei kein Gedanke daran verschwendet, dass sein Arbeitsplatz von seinem Verhalten abhängen könnte. Jeder ist sich halt doch der nächste.
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