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Wirtschaft Frankenstärke: Hotelbuchungen gingen um rund 0,9 Prozent zurück

Die Hotelübernachtungen haben sich vergangenes Jahr insgesamt nur leicht verringert. Viele europäische Gäste blieben der Schweiz nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses zwar fern – dafür kamen erneut deutlich mehr Touristen aus Asien.

Legende: Video Schweizer Hoteliers trotzen dem harten Franken abspielen. Laufzeit 01:34 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.02.2016.

Die Schweizer Hoteliers konnten vergangenes Jahr 0,85 Prozent weniger Gäste willkommen heissen. Insgesamt zählten die Hotels 35,6 Millionen Logiernächte, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte.

Auf die ausländischen Gäste entfielen dabei insgesamt 9,6 Millionen Übernachtungen, ein Minus von 1,7 Prozent. Demgegenüber steht die Treue der Schweizerinnen und Schweizer zum Heimatland. Die Logiernächte der Einheimischen stiegen nämlich leicht um 0,2 Prozent auf 16,1 Millionen.

Hotel Palace Gstaad
Legende: Wider den Trend: Die Städte und das Berner Oberland legten trotz Frankenstärke zu (im Bild das Hotel Palace Gstaad). Keystone

Viele Europäer blieben weg

Die Wirkung des Frankenschocks zeigte sich zweifellos – vor allem bei der Nachfrage aus Europa. Die Zahl der entsprechenden Übernachtungen sank um 9,3 Prozent. Europa generierte noch 11,8 Millionen Übernachtungen, so wenig wie seit 1958 nicht mehr. Die deutlichste Abnahme verbuchte dabei Deutschland mit 541'000 Logiernächten oder 12,3 Prozent. Deutlich zurück ging auch die Nachfrage aus den Niederlanden (-14,4 %), Frankreich (-6,2 %), Italien (-7,6 %) und Belgien (-9,5 %).

Auch Russland wies wegen der Ukraine-Krise und der trüben Wirtschaftslage eine deutliches Minus von 30,7 Prozent aus. Aus dem Vereinigten Königreich ging die Nachfrage um 1,6 Prozent zurück.

Asiaten retten die Bilanz

Dass die Gesamtbilanz dennoch nicht allzu trübe ausfällt, ist den Gästen aus Asien zu verdanken. Ihre Zahl steigt bereits seit 2009 stark an. Mit einem Zuwachs um 18,6 Prozent erreichten die Logiernächte von Asiatinnen und Asiaten 2015 einen neuen Höchststand und überschritten erstmals die Schwelle von 4 Millionen.

Am stärksten war die absolute Zunahme mit 344'000 Übernachtungen oder 33,3 Prozent bei den Gästen aus China ohne Hongkong. Es folgten die Golfstaaten mit einer Zunahme um 20,6 Prozent oder 159'000 Logiernächten. Zunahmen gab es zudem bei den Gästen aus Indien (22%) und Südkorea (20,5%). Die Übernachtungen von Gästen aus Japan sanken hingegen um 10,3 Prozent.

Kürzere Aufenthalte

Die Dauer der Aufenthalte sank 2015. So verbrachten die Gäste durchschnittlich noch zwei Nächte in einem Schweizer Hotel nach 2,1 im Vorjahr. Die Zimmerauslastung belief sich auf 51,5 Prozent nach 52 Prozent 2014.

Sieben von 14 Tourismusregionen verbuchten einen Rückgang, Graubünden den stärksten. Die städtischen Destinationen und das Berner Oberland konnten hingegen zulegen.

Allein auf den Monat Dezember gesehen, zeigte sich ein markanter Rückgang. Gegenüber dem Vorjahr registrierten die Hotels mit 2,5 Millionen 5,6 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahr. Dabei sank die Zahl der ausländischen Logiernächte um 9,1 Prozent und jene der Schweizer um 1,4 Prozent. Das Bundesamt führt die ungünstigen Schneeverhältnisse als Grund an.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Lerne zu klagen, ohne zu leiden! 0,9 Prozent Rückgang, das ist ja Wahnsinn!! und das bei immer mehr neuen und grösseren Hotels, die sich gegenseitig kaputt machen. Man denkt auch schon an morgen, wenn die Iraner, Russen, Amerikaner usw. kommen werden.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Was, wenn immer weniger Steuergelder in die Staatskasse fliessen aufgrund des Einkaufstourismus, schwindende Hotelgäste, verminderte Waffenlieferung und weitere Firmenauslagerung, oder -schließungen und nicht zuletzt des starken Frankens wegen? Wie wollen wir dann noch die Asyl- und Flüchtlinggssituation im Griff halten, wenn das Justzizdepartement die Türen für immer mehr Flüchtlinge weiterhin offen lässt?
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Ja, lieber Bundesrat, es gäbe andere Prioritäten, die Sie in Sachen Unterstützung setzen könnten, nämlich die Bedürfnisse im eigenen Land. Bitte schauen Sie nicht tatenlos zu, wie ein Hotel nach dem andern seine Tore schliessen muss, oder Kurzarbeit leisten muss, um so über die Runden zu kommen. Es ist traurig, zu erfahren, wie die einst blühende Schweizer Hotellerie langsam dem Untergang geweiht ist.
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