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Weko-Untersuchung zu TV-Hockey Für den Zuschauer wird der Sport immer teurer

Der Kampf um die Sportübertragungsrechte tobt weiter. Leidtragende des Kräftemessens seien die Sportfans, analysiert Wirtschaftsredaktor Philip Meyer.

Legende: Audio Kampf um Übertragungsrechte abspielen. Laufzeit 2:36 Minuten.
2:36 min, aus Rendez-vous vom 30.05.2017.

Es war eine Retourkutsche mit Ansage. Nachdem die UPC bei den Eishockey-Spielen zum ersten Mal einen Kampf um Sportrechte gegen die grosse Konkurrentin Swisscom gewonnen hatte, wollte sie diesen Sieg auskosten. Zumal die UPC grosse Pläne hegt.

Ein eigener Sportkanal namens «MySports» soll auf den Eishockeyübertragungen und den von der Schwesterfirma Liberty Media gekauften Formel-1-Rechten aufgebaut und vermarktet werden. Eine langfristige Option für die UPC dürfte aber bleiben, sich auch den wichtigsten sportlichen Honigtopf in der Schweiz zu sichern: die Rechte an der Fussball Super League, die immer noch der Swisscom gehören.

Dass die Swisscom in dem Streit die Wettbewerbskommission anrufen würde, war zu erwarten. Denn die UPC tat vor Jahren dasselbe, als sich die Swisscom weigerte, Fussballspiele ausserhalb des Teleclub-Abonnements an andere Pay-TV-Anbieter abzutreten.

Die Swisscom rechnet sich Chancen aus, dass die UPC ihr auch ohne WEKO-Urteil entgegenkommen wird; obwohl sich die UPC im Moment gegenüber SRF kämpferisch zeigt. Die Swisscom überlässt mittlerweile anderen Mitbewerbern Fussballspiele zu marktüblichen Konditionen, obwohl das letzte Urteil in dem Fall noch nicht rechtskräftig ist. Ausserdem hat UPC mit 15 Vertriebspartnern, vornehmlich kleineren Kabelbetreibern, bereits Verträge über die Abtretung von Eishockey-Spielen abgeschlossen. Das wird die Swisscom in den Verhandlungen ins Feld führen. Letztere wird aber verhindern wollen, diese nur über die Aufschaltung des UPC-Sportkanals im eigenen Angebot zu erhalten.

Immer weniger Sport-Angebote im Free-TV

Über diesem schweizerischen Powerplay steht der internationale Kampf um die Zukunft des attraktiven Live-Sports im Bezahlfernsehen. Die «klassischen» Anbieter wollen nicht noch einmal von einem Streamingunternehmen geschlagen werden, wie dies im Bereich Filme und Serien bei Netflix der Fall war. Finanzkräftige Konkurrenten wie die britische Dazn haben in Grossbritannien und Deutschland gezeigt, dass sie es sogar mit der scheinbar übermächtigen Sky aufnehmen können.

Die öffentlich-rechtlichen Medienhäuser ziehen sich immer häufiger aus diesem Bieterkampf zurück. Sie wollen die in ungeahnte Höhen steigenden Rechtekosten nicht auf dem Rücken der Gebührenzahler mitgehen. Dies heisst aber auch: Es gibt immer weniger Sportübertragungen im Free-TV. Denn private Fernsehstationen können meist finanziell nicht mithalten.

Für die Sportfans wird es teuer

Der Leidtragende in diesem Kampf ist der Sportfan. Er wird nicht mehr nur für Übertragungen seiner Lieblingssportarten bezahlen müssen. Er wird sie, wenn er verschiedene Sportarten mag und sehen will, auch noch bei verschiedenen Anbietern zusammensuchen müssen. Das würden viele noch auf sich nehmen, wenn sie einzelne Übertragungen zu anständigen Konditionen kaufen könnten. Doch im Moment geht der Weg in Richtung Exklusivität. Das heisst jeder Anbieter wird versuchen, dem Kunden ein eigenes Abomodell zu verkaufen.

Dabei vergessen UPC und Swisscom offenbar, dass der Sieg in diesem Spiel über die Rechte an der Champions League und beispielsweise jenen aus Grossbritannien und Deutschland ausgefochten wird. Ein langwieriger Match zwischen Swisscom und UPC könnte bei den Schweizer Sportfans schlecht ankommen; und sie erst recht in die Arme ausländischer Anbieter treiben.

Philip Meyer

Philip Meyer

Philip Meyer berichtet als Wirtschaftsredaktor seit fünf Jahren für Radio SRF über IT- und Telekomunternehmen sowie alte und neue Medien. Er ist zudem Chef vom Dienst im Newsroom von Radio SRF.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Silvio Silla (Silla)
    Einige schreiben von Gerät abschalten, die anderen von Zeitung lesen. Das ganze hat eben noch eine, abgesehen von derkomerziellen Seite, wo viele Arbeitnehmer daranhängen, eine Vorbilderrolle. Wie klebten wir vor dem TV als Russi, Colombin und Co. die Hänge runterdonnerten. Schwinger, Leichtatleten, besonders Fussballer sind doch Vorbilder unserer Jungen und schwärmen von diesen Erwachsenen. Da schauen junge Sportler die Giro und gehen nachher auf die offene Rennbahn in Öerlikon. So ist es doch.
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  • Kommentar von Klaus Kreuter (Klaus Kreuter)
    Nicht vergessen: Jedes Fernsehgerät und jede Box hat einen kleinen Schalter mit dem wort: OFF oder AUS drauf.
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  • Kommentar von Renato Longa (Staibock)
    Was ich mich bezüglich Eishockey Übertragungen für die nächste Saison als Swisscom TV Kunde frage: Werde ich den Mysports Sender von UPC schauen können und werde ich, wenn ja, mehr dafür bezahlen müssen als wenn ich UPC Kunde wäre? Ist dies abhängig vom Ausgang den Gerichtsverhandlungen? Was ist wenn die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind bis zum Saisonstart? Kann SRF mal ein Informations Paket darüber erstellen?
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    1. Antwort von SRF News
      Auf Anfrage von SRF schreibt Swisscom, dass sie warten müsse, bis die Wettbewerbskommission allfällige vorsorgliche Massnahmen treffe. Falls nicht, werden die Swisscom-Kunden vorerst nicht auf MySports-Angebote zugreifen können. «Über die Konditionen eines künftigen Eishockey-Angebots von Swisscom/Teleclub können wir nur spekulieren», schreibt Swisscom. Sie werde sich dafür einsetzen, weiterhin Schweizer Eishockey zeigen zu können. Vorerst sei aber nur eines klar: Ligaspiele, welche SRF überträgt, seien auch auf Swisscom TV zu sehen.
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