Gewinneinbruch bei Alpiq wegen Billigstrom

Die tiefen Strompreise machen dem Schweizer Stromkonzern Alpiq zu schaffen. Der Gewinn im ersten Halbjahr brach gegenüber der Vorjahresperiode um 82 Prozent ein.

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Bildlegende: Der Energiekonzern Alpiq weist für das erste Semester deutlich weniger Gewinn als im Vorjahr aus. Keystone

Die ersten sechs Monate haben für Alpiq wenig Gutes gebracht: Das Betriebsergebnis (EBIT) sank um 37 Prozent auf 162 Millionen Franken, wie die Firma mitteilte. Der Umsatz ging um 15 Prozent zurück und betrug noch 4,07 Milliarden Franken. Auch der Gewinn fiel im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich tiefer aus: Unter dem Strich resultierte ein Semestergewinn von 21 Millionen. Das entspricht einem Rückgang von 82 Prozent.

Besonders betroffen ist Wasserkraft

Als Grund für den Rückgang nannte Alpiq die Subventionierung von Windenergie und Photovoltaik im Ausland. Zusammen mit tiefen Kohle- und CO2-Preisen sowie Überkapazitäten habe dies zu tiefen Grosshandelspreisen geführt. Vom tiefen Preisniveau sei die Wirtschaftlichkeit der Schweizer Wasserkraftwerke zunehmend betroffen.

Dies hat strategische Auswirkungen: Alpiq entwickle sich «von einer kapitalintensiven Stromproduzentin hin zu einer Energiedienstleisterin mit Komplettlösungen», wie es in der Mitteilung heisst. Der Umbau sei bereits im Gang, sagt CEO Jasmin Staiblin gegenüber Radio SRF: «Es bleibt kein Stein auf dem anderen».

Viele Interessenten für Swissgrid-Anteile

Das Ziel sei, dass Alpiq nach dem Umbau zu 40 Prozent Energiedienstleisterin sei, und zu 60 Prozent Energieproduzentin. Weiter reagiert der Stromkonzern mit Kostensenkungsmassnahmen auf die Probleme im Zusammenhang mit dem Billigstrom. Alpiq will jährlich 100 Millionen Franken einsparen. Man habe kumulativ bereits 40 Millionen eingespart, so CEO Jasmin Staiblin.

Alpiq plant zudem, die Beteilung an der Netzbetreiberin Swissgrid zu verkaufen. Damit will der Konzern die hohe Nettoverschuldung von rund 2 Milliarden Franken in den Griff bekommen. Jasmin Staiblin rechnet mit einer Lösung in den nächsten Monaten. Es gebe viele Interessenten, da es sich um Schweizer Infrastruktur handle.