Glencore macht weniger Verlust – doch die Lage bleibt instabil

Der Rohstoffhändler und Bergbaukonzern Glencore ist im ersten Halbjahr in der Verlustzone steckengeblieben. Das Minus fällt jedoch geringer aus als noch in der Vorjahresperiode und der Konzern spricht von einer erfreulichen Geschäftsentwicklung.

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Glencore leidet unter tiefen Rohstoffpreisen

0:30 min, aus Tagesschau am Mittag vom 24.8.2016
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Verkauf angekündigt

Der Rohstoffkonzern gibt zudem bekannt, er wolle die Produktionsrechte für die australische Gold- und Kupfermine Ernest Henry Mine an die australische Bergbaugesellschaft Evolution Mining verkaufen. Die Transaktion soll im vierten Quartal 2016 abgeschlossen werden und rund 670 US-Dollar in die Kasse von Glencore spülen.

Glencore mit Sitz in Baar im Kanton Zug hat seinen Verlust im letzten Halbjahr deutlich reduziert und auch beim Schuldenabbau Fortschritte gemacht. Das Minus sank von 817 Millionen Dollar im Halbjahr davor auf 369 Millionen Dollar. Gleichzeitig ging der Umsatz um sechs Prozent auf gut 69 Milliarden Dollar zurück.

Schuldenprogramm greift

Vor einem Jahr musste Glencore-Chef Ivan Glasenberg die Notbremse ziehen. Der dramatische Zerfall der Rohstoffpreise hatte den Konzern ins Trudeln gebracht. Der Abbau von Kupfer, Gold, Kohle und anderen Rohstoffen war in vielen Minen nicht mehr rentabel. Der Kurs der Glencore-Aktie brach regelrecht ein. Der Konzern, der in den Jahren zuvor auf fast 200‘000 Mitarbeitende und rund 200 Milliarden Dollar Umsatz gewachsen war, schrieb einen Verlust von 5 Milliarden Dollar.

Glasenberg reagierte und verkaufte Minen, stellte bei einigen den Betrieb vorläufig ein und drosselte den Rohstoffabbau. Zudem entschied er, den Aktionären, vorläufig keine Dividenden mehr auszuzahlen. Unterdessen hat Glencore die eigenen Schulden von ursprünglich 40 Milliarden Dollar fast halbiert.

Die Preise vieler Rohstoffe sind wieder leicht angestiegen und die Glencore-Aktie hat wieder an Wert gewonnen, doch das reicht offenbar noch nicht. Um wieder profitabel zu werden, will Glencore weitere Bergwerke verkaufen. Der Chef warnt: «Die Lage bleibt unsicher.»