Schmiergeld-Affäre Grosskonzern Odebrecht zu Milliardenstrafe verurteilt

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Odebrecht: Teil der Strafe fliesst in die Schweiz

  • Odebrecht zahlt 2,6 Milliarden US-Dollar Strafe wegen Schmiergeldern. Das hat der brasilianische Baukonzern mit einem Gericht in den USA vereinbart.
  • Von der Strafe muss der grösste Baukonzern Lateinamerikas unter anderem 2,4 Milliarden Dollar an Brasilien zahlen und 116 Millionen Dollar an die Schweiz.
  • Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte den Konzern per Strafbefehl verurteilt – im Zusammenhang mit dem internationalen Korruptionsverfahren um den brasilianischen Erdölkonzern Petrobras. Nun fliesst die geforderte Summe in die Staatskasse.
  • Gegen Odebrecht laufen in mehreren Ländern Verfahren wegen Korruption. Der Konzern soll Beamte in 12 Ländern – vor allem in Lateinamerika – mit insgesamt rund 780 Millionen Dollar geschmiert haben, um Regierungsaufträge zu erhalten.
  • Ermittelt wird auch gegen mehrere brasilianische Minister und zahlreiche Abgeordnete. Im Fokus sind unter anderem die Stadien für die Fussball-WM 2014 in Brasilien. Es sollen auch hier illegale Gelder geflossen sein. Odebrecht hat 4 der 12 Stadien gebaut.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Korruptions-Skandal

    Aus Rundschau vom 5.4.2017

    Der Korruptions-Skandal um den brasilianischen Baukonzern erschüttert Brasilien, 83 Politiker sind angeklagt. Jetzt, wo die Verstrickung weiterer Staaten durchleuchtet wird, zeigt sich: Schweizer Banken waren eine wichtige Drehscheibe für Schmiergeldzahlungen in ganz Lateinamerika.