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Ein indischer Arbeiter trägt einen Zementsack.
Legende: Festangestellte erhalten einen besseren Lohn: Ein indischer Arbeiter schleppt Zementsäcke in einer Lagerhalle. Reuters/Symbolbild
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Wirtschaft Holcim-Leiharbeiter in Indien kämpfen für mehr Lohn

David gegen Goliat: In zwei Holcim-Werken in Indien kämpfen Tausende Leiharbeiter seit Jahren um eine Festanstellung. Bis heute will der grösste Baustoffkonzern der Welt nichts davon wissen. Etwas Hoffnung bleibt aber.

Der Streit zwischen Holcim und den Leiharbeitern begann 2005. Damals kaufte der Konzern zwei indische Zementfabriken. In der einen war ein Drittel der Belegschaft Leiharbeiter, in der anderen die Hälfte.

Am Anfang war die Freude gross: Die Verantwortlichen von Holcim versprachen viele Verbesserungen. Doch knapp zehn Jahre später habe sich nichts verbessert, sagt Gewerkschafter Lakhan Sahu.

Audio
Holcim und die indischen Leiharbeiter
aus HeuteMorgen vom 25.10.2014.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 42 Sekunden.

Der 42-Jährige wirbt diese Woche mit einer kleinen Delegation in der Schweiz für die Rechte der Leiharbeiter. Diese verdienten mit umgerechnet 93 Franken pro Monat immer noch nur ein Drittel von dem, was ein festangestellter Zementarbeiter nach Hause trage, sagt er. Das reiche einer Familie kaum zum Überleben.

Anders als die Festangestellten hätten Leiharbeiter keinen Zugang zu Gesundheitseinrichtungen und festen Unterkünften. Sie müssten in Slums leben, ihre Kinder bekämen eine schlechtere Schulausbildung, so Sahu.

Holcim verweigert Stellungnahme

Dabei sehen die Leiharbeiter das Recht auf ihre Seite: Ein Abkommen zwischen Unternehmen, Gewerkschaften und Regierung verbietet Leiharbeit in der Zementherstellung.

Die Gewerkschaft klagte vor einem Gericht auf Festanstellung und bekam zweimal Recht. Doch Holcim ging in Revision und verklagte ihrerseits einzelne Gewerkschafter wegen Landfriedensbruchs. Holcim selbst wollte sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen äussern.

Eine Hoffnung bleibt den Leiharbeitern: Vor zwei Jahren klagten sie in der Schweiz, weil sie die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen verletzt sehen. Diese Woche sei zum ersten Mal ein Dialog mit Holcim-Vertretern in Gang gekommen, sagt Gewerkschafter Sahu. Bis Ende November könnte das Verfahren abgeschlossen sein – ob zu Gunsten der Leiharbeiter wird sich zeigen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Jan Scheidegger , Bern
    Solange Manager keinen Rappen von ihrem Salär abgeben wollen, Angestellte weiterhin nur als PersonalKOSTEN angesehen werden und der Shareholder Value immer noch im Zentrum steht, braucht man sich über derartige Entwicklungen nicht zu wundern.
  • Kommentar von Bernie Berner , Bern
    Die Entscheidungsträger von Holcim für diese Werke tragen fast sicher chice Krawatten und Nadelstreifenanzüge. Deren Pensionskassenguthaben sind fast sicher bereits so geäufnet, dass sogar unsereins die Schamröte ins Gesicht steigen würde. Und fast sicher das Schlimmste daran ist noch; die glauben wirklich, dass sie es redlich verdient haben :-(
  • Kommentar von Willy Boller , Selevac
    Das ist ein weiteres Kapitel zum Therma der "perfekten" Schweiz, wo alles sein Recht und seine Ordnung hat. Und wir wundern uns, weshalb der Name "Schweiz" weiter und weiter fällt!