Biotechfirma mit Blitzstart Idorsia: «I do research in Allschwil»

Ein Teil der früheren Actelion ist heute an der Börse gestartet. Mit dem Fantasienamen Idorsia, für den Gründer Jean-Paul Clozel schon eine Auslegung gefunden hat.

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Börsendebüt für Idorsia

2:10 min, aus Tagesschau am Mittag vom 16.6.2017
  • Das Actelion-Spin-off Idorsia startete heute an der Börse mit einem Wert von rund einer Millarde Franken.
  • Der Aktienkurs stieg bis um 15.00 Uhr bereits um 25 Prozent an.
  • In der Pipeline sind über zehn Produkt-Kandidaten. Gründer und Geschäftsführer Jean-Paul Clozel will Idorsia bis in fünf Jahren zum globalen Player aufbauen.
  • Idorsia ist ein Fantasiename. Clozel hat aber schon eine eigene Lesart gefunden: «I do research in Allschwil».

Heute Morgen startete eine kleine Firma ganz gross an der Börse: Idorsia. Es ist das neue Start-up von Actelion-Gründer Jean-Paul Clozel. Der eingebürgerte Schweizer hat das Biotech-Unternehmen Actelion in einem spektakulären Deal für 30 Milliarden Franken an den amerikanischen Pharmakonzern Johnson & Johnson verkauft.

Als Teil des Deals durfte Clozel jedoch die Forschungs- und Entwicklungssparte der Actelion in ein neues Unternehmen, die Idorsia, auslagern. Johnson & Johnson finanziert das Spin-off zudem mit einer Millarde Franken und beteiligt sich vorläufig mit knapp zehn Prozent.

Grosse Hoffnungen

Zehn Franken pro Aktie betrug der Einstandspreis heute an der Börse. Bis um 15.00 Uhr war der Kurs bereits um rund 25 Prozent angestiegen. «Ich bin wirklich sehr stolz und sehr glücklich. Es ist schön zu sehen, dass sich der Aktienkurs bereits gut entwickelt und die Investoren mir vertrauen», sagt Jean-Paul Clozel. Der Name sei zwar ein Fantasieprodukt, doch Clozel hat schon eine Auslegung gefunden: «I do Research in Allschwil».

Idorsia übernimmt 650 Mitarbeiter von Actelion. Das neue Unternehmen bleibt in den früheren Actelion-Räumlichkeiten in Allschwil und zahlt dafür jetzt eine Miete an Johnson & Johnson. In der Pipeline befinden sich mehr als zehn Produkt-Kandidaten. «Wir müssen jetzt an der Entwicklung unserer neuen Medikamente arbeiten und unsere Vertriebsstrukturen aufbauen, um ein besseres Actelion zu werden», kündigt Geschäftsführer und Gründer Clozel an.

Ein Medikament, an dem die Forscher von Idorsia derzeit intensiv arbeiten, soll Schlafstörungen bekämpfen. Bis in fünf Jahren soll Idorsia zum globalen Player werden. Ziele für den Aktienkurs will Clozel keine nennen, das sei nicht seine Domäne. Die Investoren setzen indessen grosse Hoffnungen in das neue Biotech-Unternehmen.