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Wirtschaft Im Visier der Weko: Swisscom droht Millionenstrafe

Der Swisscom steht möglicherweise eine Busse durch die Wettbewerbskommission (Weko) in Höhe von 143 Millionen Franken ins Haus. Das Weko-Sekretariat hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Es geht um die Vermarktung von Sportinhalten über Pay-TV.

Legende: Video Swisscom droht Bussenzahlung abspielen. Laufzeit 1:35 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.07.2015.

Das Sekretariat der Wettbewerbskommission hat einen Antrag für eine Sanktion von 143 Millionen Franken gegen die Swisscom gestellt. Dies teilt die Swisscom mit und weist die Vorwürfe gleichzeitig zurück. Man sei «befremdet» über die Vorwürfe und die Bussenandrohung.

Streit um die Vermarktung von Sportinhalten

Hintergrund ist ein Streit um die Vermarktung von Sportinhalten über Pay-TV. Die Wettbewerbskommission hatte im April 2013 eine Untersuchung eröffnet. Zur Diskussion stand, ob die Firma Cinetrade, an welcher die Swisscom eine Mehrheitsbeteiligung hat, TV-Plattformanbietern von Swisscom TV bestimmte Angebote ungerechtfertigterweise verweigere.

Weiter sollte geprüft werden, ob Cinetrade gewisse TV-Plattformanbieter und Endkunden diskriminiere, indem das Teleclub-Angebot über Swisscom TV günstiger bezogen werden kann als über andere TV-Plattformen.

Laut Verfügungsentwurf der Weko haben Swisscom und Teleclub eine marktbeherrschende Stellung insbesondere bei der Bereitstellung nationaler Fussball- und Eishockeyübertragungen. Deshalb müssten sie allen TV-Plattformen in der Schweiz – soweit technisch möglich – ein gleichwertiges Teleclub-Sportangebot zu nicht diskriminierenden Bedingungen anbieten.

Legende: Video Tobias Bossard zur Busse für die Swisscom abspielen. Laufzeit 1:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.07.2015.

Ob die Busse bezahlt werden muss, wird abschliessend mit Sicherheit das Bundesgericht entscheiden müssen, den die Swisscom werde sich mit Händen und Füssen gegen die Busse wehren, sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Tobias Bossard.

Swisscom wehrt sich

Swisscom und die Cinetrade-Gruppe sehen dies anders. Die Übertragungsrechte für Sportinhalte würden wie in anderen Ländern periodisch in einem Wettbewerbsverfahren vergeben, an dem sich beispielsweise auch Kabelnetzunternehmen beteiligen könnten, so ihre Stellungnahme.

Die Swisscom macht ausserdem geltend, dass die hohen von ihr und Cinetrade getätigten Investitionen, um die zuvor in der Schweiz vernachlässigten Sportübertragungen anbieten zu können, auch ein erweitertes Sportangebot rechtfertigen würden.

Das Telekomunternehmen will gemäss Mitteilung nun den vorliegenden, 170-seitigen Verfügungsentwurf prüfen und dazu Stellung nehmen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Meier, Oberburg
    Fakt ist, dass sich weder UPC, noch Swisscom irgendetwas schuldig sind hinsichtlich der Ausreizung der gesetzl. Grundlagen zur Erhaltung ihrer Quasi-Monopolstellung im Markt. Selbstverständlich alles auf dem Buckel der zahlenden Kundschaft. Das Geschäftsgebahren dieser beiden Unternehmen stellt vor allem anderen die Zufriedenheitsquote der Shareholder, aber sicher nicht die Befriedigung von wesentlichen Kundenbedürfnissen in den Mittelpunkt. Dieser 140-Mio. Schuss vor den Bug tut not. Leider!
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  • Kommentar von Dominik Brüschweiler, Weinfelden
    Ich bin schon lange Swisscom TV Kunde und finde das Angebot genial gerade das Live Sport Programm auch wenn ich pro Spiel etwas Zahle. Jeder der das auch nutzen will soll doch auch zur Swisscom wechseln. Wer das nicht braucht soll doch einen anderen Anbieter Abonieren.
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  • Kommentar von Hans Leuenberger, Aarwangen
    Mich interessiert einmal mehr nur, wer diese allenfalls fälligen 143 Mio einsackt und zu welchem Zweck, der der Allgemeinheit zugute kommt, diese ausgegeben werden.
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