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Langfristige Renditen gesucht Immer mehr Versicherungen kaufen Immobilien

Legende: Audio Versicherungen setzen auf langfristige Renditen abspielen. Laufzeit 03:27 Minuten.
03:27 min, aus Echo der Zeit vom 06.01.2017.
  • Die Baloise-Versicherung kauft der Pax Anlage AG die gesamten Immobilien für rund 250 Millionen Franken ab.
  • Der Kauf entspricht einem Trend bei Versicherungen und Pensionskassen.
  • Da sie wegen der Negativzinsen mit anderen Anlagevehikeln kaum mehr Geld verdienen, kaufen sie im grossen Stil Immobilien.
  • Dadurch entsteht ein Überangebot auf dem Mietmarkt, das bald wieder zu sinkenden Mieten führen wird.
  • Trotzdem werden Immobilien laut Experten immer noch höhere Renditen abwerfen als andere Anlagen.

Die Baloise sei permanent auf der Suche nach geeigneten Anlagemöglichkeiten gerade im Immobiliensektor, sagt Mediensprecher Dominik Marbet. «Wegen der Tiefzinsen und Negativzinsen erwirtschaften sie mit sicheren Anlagen wie Staatsobligationen kaum mehr die nötigen Renditen.» Mehr Rendite liefern die Aktienmärkte, aber die seien volatil. «Liegenschaften sind eine sichere Anlage und vor allem bieten sie langfristige Renditen.»

Langfristigkeit ist entscheidend

Langfristige Renditen sind für Versicherungen und Pensionskassen zentral, weil sie mit ihren Kunden langjährige Verpflichtungen eingehen. Die Baloise ist im Lebensversicherungsgeschäft stark, die Pensionskassen müssen den Pensionären die Rente bis zum Tod sichern.

Die Baloise ist nicht die einzige Versicherung, die als Grosseinkäuferin auf dem Immobilienmarkt auftritt, sagt Fredy Hasenmaile, Leiter der Immobilien-Research bei der Credit Suisse. Dass Versicherungen gleich ganze Portfolios aufkauften, sei hingegen ein eher neues Phänomen.

Mieten wachsen nicht mehr

Bis vor kurzem waren Investitionen in bestehende Liegenschaften oder in neue, zu entwickelnde Überbauungen lukrativ. Die starke Zuwanderung sorgte dafür, dass man für Mietwohnungen immer mehr verlangen konnte.

Wir rechnen bereits 2017 mit sinkenden Mieten in der Schweiz.
Autor: Fredy HasenmaileLeiter der Immobilien-Research bei der CS

In der Zwischenzeit hat sich das geändert. Es sind derart viele Neubauten realisiert worden, dass der Leerwohnungsbestand steigt und die Mieten nicht mehr in den Himmel wachsen.

Liegenschaften sind trotzdem noch lukrativ

«Trotz steigender Leerbestände werfen Immobilien immer noch eine positive Rendite ab. Verglichen mit Alternativanlagen erzielt man mit Liegenschaften immer noch eine deutliche höhere Rendite», sagt Hasenmaile.

Bei Immobilien liegt der Verdienst bei drei bis vier Prozent – weit mehr als bei den sicheren Staatsobligationen, für die man kaum mehr Zins bekommt, und auch viel mehr als bei Bargeld, für das die Versicherungen Negativzinsen zahlen müssen.

Eine Trendwende wird 2017 erwartet

Weil Immobilien zurzeit die fast einzige interessante Anlage sind und die Nachfrage entsprechend hoch ist, steigen die Preise weiter. Für die Anleger bedeutet das, dass sie immer weniger verdienen, denn die Mieten können sie nicht beliebig erhöhen.

Im Gegenteil: Laut Hasenmaile läuft der Mietwohnungsmarkt auf ein Überangebot zu, das die Mieten dämpfen werde. «Wir rechnen bereits 2017 mit sinkenden Mieten in der Schweiz.»

Für die Versicherungen und Pensionskassen ist das eine schlechte Botschaft. Sie werden noch stärker unter Druck kommen, geeignete Anlagen zu finden, um ihre langfristigen Verpflichtungen gegenüber Rentern und Versicherten einlösen zu können.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Leider sind es nicht nur Versicherungen, sondern auch Private, die an der Börse z.T. ihr Geld verloren haben, oder nicht mehr das bringt was man sich erhoffte. Darum wird Wohnungsvermieten die bis zu 10 - 7 % Gewinn bringt in Mietzinsen, für einige Lukrativer. Die Frage stellt sich mir trotzdem für wer wird soviel gebaut? Was wenn es eine Immobilienblase gibt? Oder Mietzinse unter dem Verkaufswert vermietet werden müssen? Von der zu Betonierung und Ressourcenverbrauch wird kaum geredet.
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    1. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Es sind grossartige Kulturen wie vom Blitz getroffen in der Vergangenheit verschwunden - es geht nicht mehr sehr lange wird es auch bei uns kräftig an das Eingemachte gehen - weil der sinnlose Wachstum in sich zusammen bricht. Was wollen die 80 000 Superreichen, die nahezu die halbe Schweiz besitzen mit ihrem Vermögen anfangen, wenn der Mittelstand verarmt ist und 4Millionen Leute keinen Arbeit haben ? Ich sage es ihnen, die hauen ab ! Der Rest der verarmten geht plündern .
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