Immobilienfonds im Trend

Dank den tiefen Zinsen sind Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser derzeit begehrt. Anlegerinnen und Anleger investieren aber auch immer mehr Geld in Immobilienfonds. Doch dabei bestehen Risiken.

Eine Baustelle im Kanton Genf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Immobilienfonds sind laut Experten «relativ krisenresistent». Keystone

Auf der Suche nach Rendite flüchten sowohl Privatanleger als auch Grossinvestoren mit ihrem Geld in Immobilienfonds. Seit der Einführung der Negativzinsen sei die Nachfrage nach Immobilienanlagen angestiegen, sagt Markus Lackner, Analyst beim Vermögensverwaltungszentrum VZ. «Es gibt immer weniger Anlagemöglichkeiten, die noch einen Ertrag abwerfen.»

Immer mehr Geld in Immobilienfonds

1:59 min, aus HeuteMorgen vom 22.10.2016

In Immobilienfonds, die an der Börse kotiert und in einem Index gelistet sind, sind in der Schweiz mittlerweile über 38 Milliarden Franken investiert. Der Aufstieg der Immobilienfonds habe bereits vor gut 15 Jahren begonnen, sagt Lackner. Seither sind die Anzahl und das Volumen der Fonds deutlich gestiegen.

«Relativ krisenresistent»

Robert Weinert vom Immobilienberatungsunternehmen Wüest und Partner erklärt sich den Boom nicht nur mit den aktuell tiefen Zinsen: «Die Immobilienfonds waren in den letzten Jahren relativ krisenresistent.» Bei unvorhergesehenen Ereignissen hätten sie sich jeweils nach einem kurzen Rückgang wieder positiv entwickelt.

Weinert denkt dabei etwa an die Wirren nach dem Franken-Schock oder nach dem Brexit-Entscheid. Doch er verweist auch auf die Schattenseiten. «In einer Zeit, in der das Bevölkerungswachstum ein wenig nachlässt, ist eine noch grössere Sorgfalt bei der Entwicklung von Bauprojekten nötig.» Es besteht die Gefahr, dass mehr gebaut wird als nötig – und Wohnungen, Büros und Ladenflächen leer bleiben. So könnte eine Immobilienblase entstehen, die irgendwann platzt, was zu rasch fallenden Preisen und Renditen führen würde. Für Anlegerinnen und Anleger ist deshalb auch bei Immobilienfonds Vorsicht geboten.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Negativzinsen: Anschauungsunterricht aus Dänemark

    Aus ECO vom 24.10.2016

    Untauglich, gefährlich, teuer – so betiteln Kritiker die Negativzinsen, auf welche die Schweizerische Nationalbank seit bald zwei Jahren setzt. In Dänemark hat sie Notenbankchef Lars Rohde schon 2012 eingeführt, er kennt ihre Auswirkungen über mehrere Jahre. Obschon die Negativzinsen dänischen Banken und Pensionskassen das Leben schwer machen, gibt sich Rohde gegenüber «ECO» überzeugt, dass die Kritiker nicht Recht behalten werden.

  • Trotz Negativzinsen bleiben Liborhypotheken gleich teuer

    Aus Kassensturz Espresso vom 14.10.2016

    Viele Haus- und Wohnungsbesitzer haben neben Festhypotheken auch Liborhypotheken abgeschlossen. Doch obwohl die Nationalbank Negativzinsen verlangt, werden die Liborhypotheken nicht billiger. Der Grund: Die Banken wollen die Margen nicht senken.

    Nicole Roos