Investmentbank der UBS kommt unter Aufsicht

Der Fall des früheren UBS-Händlers und Milliardenbetrügers Kweku Adoboli hat ein Nachspiel für die UBS: In Grossbritannien muss die Grossbank eine Millionenbusse zahlen. Zu Hause schreitet die Finanzmarktaufsicht Finma ein.

Trading-Halle der UBS. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Blick in den Trading Floor der UBS in Opfikon (ZH). keystone

Das Urteil der Finma im Fall Adoboli ist ziemlich vernichtend. «Das Verfahren der Finma hat aufgezeigt, dass es im Risikomanagement und im Kontrollumfeld der Investmentbank der UBS schwerwiegende Mängel gab», sagt Finma-Mediensprecher Tobias Lux. Zu diesem Ergebnis kommt der Abschlussbericht der Finanzmarktaufsicht.

Strenge Auflagen

Als Konsequenz hat die Finma bereits im letzten Herbst die Zügel kräftig angezogen. Wie erst jetzt bekannt wurde, sind der UBS-Investmentsparte neue Akquisitionen bis auf weiteres untersagt. Ausserdem muss jede signifikante neue Geschäftsinitiative der Investmentbank vorgängig von der Finma abgenickt werden.

Erst vor drei Wochen hatte die UBS angekündigt, 10'000 Stellen im Investmentbanking zu streichen und sich auf die Vermögensverwaltung zu konzentrieren. Vor dem Hintergrund des Finma-Bericht erscheint diese Umstrukturierung in einem ganz anderen Licht.

Trotz der Auflagen könne die UBS ihr Investmentbanking selbstverständlich weiter führen, betont Finma-Sprecher Lux. «Die Massnahmen zielen nur darauf ab, dass der Investmentbank keine zusätzlichen Risiken durch neue, vielleicht sehr komplexe Geschäftsaktivitäten aufgebürdet werden.» Deshalb habe sich die Finma zu diesem Schritt entschieden.

Unabhängiger Aufseher

Das Misstrauen der Regulatoren gegenüber der UBS bleibt offenbar gross: Die Finma setzt einen unabhängiger Aufseher ein, der die Umsetzung der Massnahmen kontrollieren soll. Parallel dazu verhängt die britische Finanzmarktaufsicht weitere Sanktionen: Sie brummt der UBS eine Geldstrafe von umgerechnet 44 Millionen Franken auf.

Die UBS akzeptiert die Urteile. «Wir haben mit den beiden Regulatoren bei ihren Untersuchungen vollumfänglich kooperiert und akzeptieren das Ergebnis und die damit verbundenen Strafzahlungen», sagt Mediensprecherin Dominique Scheiwiller. 

Das alles ist Strafe dafür, dass der frühere UBS-Investmentbanker Kweku Adoboli die UBS mit risikoreichen Börsengeschäften um 2,3 Milliarden Dollar gebracht hat. Es war einer der grössten Betrugsfälle der Bankengeschichte. Adoboli ist bereits in der vergangenen Woche zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.