Kantone rutschen zunehmend ins Defizit

Die Lage der Kantons-Finanzen verschlechtert sich. Schrieben vor fünf Jahren noch alle schwarze Zahlen, rechnet jetzt nur noch ein Drittel mit einem Gewinn.

Es ist vielerorts die Demographie, die für Löcher in den Kassen sorgt. Schaffhausen etwa hat eine der ältesten Bevölkerungen der Schweiz. Entsprechend hoch sind die Ausgaben für Gesundheit und Soziales.

Auch Luzern hat zu hohe Ausgaben – und auf der anderen Seite fehlen Steuereinnahmen. Im letzten Jahr hat der Kanton die Unternehmenssteuern auf das schweizweit tiefste Niveau gesenkt. Damit will Luzern Unternehmen halten und neue Firmen anziehen. Noch geht die Rechnung nicht auf.

Steuern erhöhen, mehr sparen, Leistungen abbauen – die Kantone müssen zu unliebsamen Mitteln greifen, um ihre Kassen aufzubessern. Einige denken auch über ganz neue Wege nach.

Die Finanzen der Kantone (Abschlusszahlen, in 1000 Fr.)

200820092010201120122013 (Budget)
Zürich314'652196'049597'873–1'723'294105'62717'567
Bern101'940267'802242'53856'642–188'9229175
Luzern193'55887'37982'56749'515–57'391–11'123
Uri25'89912'87414'19010'89446355345
Schwyz28'000–14'528–43'035–48'278–94'820–100'668
Obwalden6415946192–1287–2194–1965
Nidwalden71213922276608163–400
Glarus1438114247788102706–659
Zug101'950141341484'7866038–24'844
Freiburg29'62258273854278910'577498
Solothurn122'437191'91179'48819'273–111'391–146'119
Basel-Stadt59'916226'165277'525217'335183'0147733
Basel-Land2194–55'914–29'084–18'908–32'253–24'757
Schaffhausen17'50113'810–6064–11'449–29'895–23'627
Appenzell A.Rh.10'90612'4714629–5347–21'938–17'220
Appenzell I.Rh.30052731895442295–7633
St. Gallen311'86757'24864'740–64'847–5293–27'029
Graubünden161'423126'633108'563102'88843'748–52'514
Aargau16'66411'69032'95614'5499002068
Thurgau78'92690'06173'72428'136–36'584–16'012
Tessin26'3918926–15'37616'295–97'585–165'597
Waadt370'255347'272301'638345'66664501817
Wallis524376072'096692811456077
Neuenburg13'999–32'652–21'350296756–11'531
Genf495'885322'468273'285193'100–459'786–31'590
Jura25732206235785–7143727
Quelle:FDK

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Die neuen «Geschäftsmodelle» der Kantone

    Aus ECO vom 28.10.2013

    Mehr als die Hälfte der Kantone schreiben rote Zahlen. Sie müssen zu unliebsamen Mitteln greifen: Steuern erhöhen, mehr sparen, Leistungen abbauen. Oder sie machen sich ganz neue Gedanken – wie etwa Schaffhausen. Dort wird die Idee diskutiert, Waldstücke oder den Güterbahnhof umzunutzen, um Platz für neue Bewohner – und damit für Steuerzahler – zu schaffen. Luzern wiederum will mit den schweizweit tiefsten Steuern neue Firmen anlocken. Doch dieser Plan geht bislang nicht auf.