Kein Rekord ohne Freiwillige

In weniger als neun Monaten beginnt in Zürich die Leichtathletik-Europameisterschaft 2014. Der Grossanlass kann nur dank 2100 freiwilligen Helfer stattfinden. Sie arbeiten ohne Lohn. Von ihrem Einsatz profitiert nicht nur die Sportveranstaltung, sondern auch die Zürcher Tourismusbranche.

Frewillige Helfer ziehen Kleidung an Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die freiwilligen Helfer für die Leichtathletik-EM: Sie erhalten Kleidung, Verpflegung und Transport – aber keinen Lohn. SRF

Sie stammen aus 19 Ländern und werden insgesamt 20'000 Tage im Einsatz stehen. Sie betreuen Athleten und Funktionäre, unterstützen medizinische Aufgaben, führen Zutrittskontrollen durch und überreichen Blumen: Freiwillige Helfer sind für die grösste Schweizer Sportveranstaltung des kommenden Jahres unverzichtbar. «Ohne sie würde es diese Veranstaltung nicht geben», sagt Patrick Magyar, Geschäftsführer der EM 2014. «Man kann die Arbeit, die sie leisten, und das Engagement, das sie zeigen, nicht finanziell ersetzen.»

Patrick Magyar über die Freiwilligen an der Leichtathletik-EM

0:22 min, vom 15.11.2013

Im Klartext: Dank der Gratisarbeit der Freiwilligen reduzieren sich die Kosten der EM um rund 4 Millionen Franken. Einzige Entschädigung: Sie erhalten Kleidung, Verpflegung und Transport.

Hilfe für die Veranstalter

Wie wichtig die Freiwilligenarbeit ist, zeigt der Blick auf das 35-Millionen-Franken-Budget der Veranstalter. «ECO» liegt die detaillierte Aufteilung vor: Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf betragen 16 Millionen Franken. Sponsoren leisten einen Beitrag von 6 Millionen. Fernsehrechte und Zuschüsse des europäischen Leichtathletikverbands bringen weitere 3 Millionen Franken. Schliesslich stellen Bund, Kanton und Stadt Zürich eine Defizitgarantie von 10 Millionen. Damit sind die Einnahmemöglichkeiten ausgereizt.

Ohne Gratisarbeit der Freiwilligen würde es nicht gehen. «Wir müssten grössere Beiträge der öffentlichen Hand haben oder noch mehr Sponsorengelder einnehmen, was nicht realistisch ist», sagt Patrick Magyar. «Wirtschaftlich gesehen, kann man die Freiwilligen nicht einfach so ersetzen.»

Tourismusbranche profitiert

Der August ist an sich schon ein guter Monat für die Zürcher Tourismusbranche. Die Leichtathletik-EM vom 12. bis 17. August 2014 wird die Übernachtungszahlen zusätzlich hochschnellen lassen.

Elmar Ledergerber, Präsident von Zürich Tourismus, rechnet mit 100‘000 zusätzlichen Übernachtungen: «Das entspricht einem Umsatz von rund 50 Millionen Franken, die sich auf Hotellerie, Gastgewerbe, Handel, Kultur und öffentlichen Verkehr aufteilen.»

Auch die Tourismusbranche profitiert also letztlich vom Einsatz der Freiwilligen. Im Gegenzug stellen die Hoteliers den Veranstaltern der Europameisterschaft Zimmer zu einem vorteilhaften Preis zur Verfügung.

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