Kleinkredit-Anbieter umgeht neues Gesetz

Ab 1. Januar 2016 gelten härtere Bedingungen für Kleinkreditfirmen. Einerseits wird aggressive Werbung verboten, andererseits sinkt der Höchstzins für Konsumkredite. Doch schon jetzt reizt die erste Firma gesetzliche Grauzonen aus. Dies berichtet «10vor10».

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Schlupfloch bei Umsetzung der Regeln für Kleinkredite

3:06 min, aus 10vor10 vom 28.12.2015

«Sofort Bargeld», «Kreditentscheid in 30 Minuten», «Hochzeitskredit». Solch aggressive Werbung für Kleinkredite ist mit der Revision des Konsumkreditgesetzes nicht mehr erlaubt. Was als aggressiv gilt, definiert die Branche selbst.

«Das ist eine unbefriedigende Lösung, wir hätten uns strengere Bedingungen für die Kreditvergabe gewünscht», sagt Konsumentenschützerin Prisca Birrer-Heimo.

Valora-Kredite vom Gesetz nicht erfasst

Noch bevor die neuen Regelungen greifen, hat schon die erste Firma eine gesetzliche Grauzone entdeckt. Kioskbetreiberin Valora bietet mit «Ok-Cash» Kredite bis 3000 Franken an. Diese fallen nicht unter das Konsumkreditgesetz, weil sie innerhalb von 3 Monaten zurückbezahlt werden müssen. Sie können also werben, wie sie wollen, auch aggressiv.

Gegenüber «10vor10» verteidigt Hilmar Scheel die Strategie. Scheel ist Geschäftsführer von Bob Finance, welche die Ok-Cash Kredite vergibt. «Wir halten uns an alle gesetzlichen Rahmenbedingungen.»

Schuldenberater: «Mini-Kredite sind Einstiegsdroge»

Schuldenberater Mario Roncoroni sieht in den so genannten Mini-Krediten eine Art Einstiegsdroge: «Es ist offensichtlich, dass diese Kredite nicht rentieren. Die Valora will so primär Kunden anlocken, um ihnen dann die grösseren Kredite anzudrehen.»