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Wirtschaft Kleinkrieg zwischen Swiss und Etihad auf Inlandstrecke

Bisher wurde die Strecke Zürich-Lugano von der Regional-Airline Darwin Airways in Kooperation mit der Swiss bedient. Nun fliegt Darwin für die arabischen Fluggesellschaft Etihad. In der Folge kündigte die Swiss einen Verbindungsausbau an. Etihad reagiert mit einer Beschwerde beim Bund.

Hell erleuchtete Flugzeuge stehen in einem Hangar, davor ein Tisch mit Firmenkader, im Vordergrund eine dunkle Menge von Journalisten
Legende: Pompöse Pressekonferenz im Flughafen: Im Januar startete Etihad Regional ab Zürich. Reuters

Darf die Fluggesellschaft Swiss auf Schweizer Inlandstrecken Flieger einer österreichischen Airline einsetzen? Die Swiss-Konkurrentin Etihad Regional bezweifelt dies und hat beim Bundesamt für Zivilluftfahrt Mitte Oktober einen Beschwerdebrief deponiert.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist der verschärfte Konkurrenzkampf der Airlines in der Schweiz. Nach der Bekanntgabe der Partnerschaft zwischen der Schweizer Regionalfluggesellschaft Darwin Airways und der arabischen Etihad Airways hatte die Fluggesellschaft Swiss die Zusammenarbeit mit Darwin auf der Strecke Zürich-Lugano aufgekündigt.

Streit um österreichische Flugzeuge

Seither fliegen die zwei einstigen Partner als Konkurrenten mit der Ambition, der anderen Airline Marktanteile abzujagen. So hat Swiss Anfang letzter Woche einen deutlichen Ausbau der Europaflüge auf den Sommerflugplan 2015 angekündigt. Etihad Regional zog am Dienstag nach und gab seinerseits einen Ausbau im Europageschäft bekannt.

Die Swiss soll neu viermal täglich zwischen Zürich und Lugano fliegen, Etihad bietet zwei Flüge pro Tag an. Die Schweizer Airline will dabei die österreichische Tyrolean Airways einsetzen. Etihad zweifelt an der Rechtmässigkeit dieses Vorhabens und beschwerte sich darum beim Bundesamt für Zivilluftfahrt.

Etihad auf Expansionskurs

Bei Inlandflügen habe die Swiss wegen besserer Anschlussflügen einen Vorteil gegenüber Etihad, sagt Aviatik-Ökonom Andreas Wittmer im Gespräch mit SRF. Trotzdem könne sich das Engagement der Airline aus den Vereinigten Emiraten lohnen. Über den Zukauf von regionalen Fluggesellschaften gewinne Etihad Plätze an europäischen Flughäfen, die ihre Expansion in Europa ermögliche. Die Darwin-Airline sei zudem in Lugano gross geworden. «Diesen Heimmarkt will Etihad nicht einfach so aufgeben.»

Die Gretchenfrage sei die Rentabilität: «Ich glaube nicht, dass das ein lukratives Geschäft ist», sagt Witter. Verbindungen von Lugano nach Zürich liessen sich nur zu Spitzenzeiten mit entsprechenden Anschlussflügen rentabel betreiben. Dazu komme der Ausbau der Streckenverbindungen beider Airlines, der kaum durch die Nachfrage gedeckt sein dürfte. Die Folge: Tiefere Preise für die Kunden und weniger Gewinn für Swiss und Etihad.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Welser, Basel
    Ich hoffe, dass die SWISS das Rennen vor Etihad Regional machen wird. Klar, welche Airline jetzt prozentual gesehen "schweizerischer" ist, darüber kann man diskutieren. Aber die SWISS kämpft als nicht subventionierte Airline bestimmt fairer wie die Scheiche und ob die Österreicher das selbe Theater – welche Airline ist am österreichischer – machen bezweifle ich, weil die AuA gehört auch der LH wie LX. Und persönlich muss ich sagen, hatte ich noch nie einen schlechten LX-Flug, im Gegenteil.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Alle arabischen Airlines sind von ihren Heimatstaaten gesponsert. Dazu haben sie zuhause den Treibstoff gratis. Gegen soche Dumpingpreise können europäische Airlines nicht konkurrenzieren und sollten es auch nicht veruchen. Hier bleibt nur der politische Weg, die heimischen Firmen zu schützen. ZB mit Strafgebüren. Und vor allem solten Europäer nicht Ailines buchen, die die heimischen Unternehmen in den Ruin treiben. Unsere Gerichte sollten nicht aus Hyper-Korrektheit das eigene Land schädigen.
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