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Wirtschaft Konsumenten und Gewerbe zahlen immer noch zu viel

Markenartikel wie Coca-Cola oder Toblerone sind in der Schweiz nach wie vor teurer als im Ausland – ganz und gar nicht zur Freude der Stiftung Konsumentenschutz. Sie und ihre Partnerorganisationen in der Westschweiz und im Tessin wollen auch nächstes Jahr gegen höhere Preise kämpfen.

Auslage eines Kiosks mit Toblerone, M&Ms und Maltesers. Eine Frau prüft einen Kassenbon.
Legende: Alles in Ordnung? Von wegen: Die Preise in der Schweiz sind zum Teil immer noch massiv höher als im Ausland. Keystone

Die Schweiz soll keine Hochpreisinsel sein. Das fordern die Konsumentenschützer schon seit langem. Eine wichtige Schlacht in dieser Sache haben sie allerdings verloren. Die Revision des Kartellgesetzes ist gescheitert.

Diese hätte zum Beispiel Schweizer Detailhändlern ermöglichen sollen, Produkte aus dem Ausland – wie etwa Coca-Cola – günstiger zu importieren. Laut Sarah Stalder, Geschäftsführerin der Stiftung Konsumentenschutz, wurde damit eine grosse Chance vertan. «Es ist nicht nur ein Schaden für die Konsumenten, sondern auch für das Gewerbe. Die müssen zum Teil ihre Vorleistungen deutlich zu teuer einkaufen und haben dann einen schlechteren Stand als ihre Wettbewerber.»

Angst vor «deutschen Arbeitsbedingungen»

Gescheitert ist der Vorschlag für ein aufgefrischtes Kartellgesetz letzten Herbst. Der Widerstand im Parlament war schlicht zu gross. Die Gewerkschaften etwa hatten kritisiert, dass die Löhne und Arbeitsplätze in der Schweiz gefährdet seien.

Wenn nämlich ausländische Unternehmen, etwa deutsche Harddiscounter, ihre Produkte hierzulande zu deutschen Preisen verkaufen könnten, dann riskiere man, dass die deutschen Arbeitsbedingungen gleich mit importiert würden, hiess es.

Stiftung Konsumentenschutz prüft Volksinitiative

Doch auch wenn die Revision des Kartellrechts gescheitert ist, wollen die Konsumentenorganisationen auch nächstes Jahr auf verschiedenen Wegen weiterkämpfen, sagt Stalder: «Es gibt im Ständerat eine parlamentarische Initiative von FDP-Ständerat Hans Altherr, die wir unterstützen. Sie nimmt ein wichtiges Anliegen aus der Kartellgesetzrevision auf.»

Die Stiftung Konsumentenschutz schaue aber auch weiter: «Unter anderem prüfen wir auch eine Volksinitiative. Und da sind wir in Gesprächen.»

Und ausserdem wollen die Konsumentenschützer weiterhin Preise im In- und Ausland vergleichen. «Es braucht diese Transparenz weiterhin. Man darf sich von den Anbietern nicht Sand in die Augen streuen lassen», sagt Stalder. Diese würden behaupten, es habe sich alles beruhigt. «Das stimmt nicht. Es gibt immer noch Preise, die 50, 80, 100 Prozent höher sind als im europäischen Umfeld.»

Welche Politiker sind auf Konsumentenseite?

Günstigere Preise in der Schweiz: Das ist nur eines der Themen, das bei den Konsumentenschutzorganisationen nächstes Jahr auf der Agenda steht. Pünktlich zu den Wahlen nächstes Jahr wollen sie die Parlamentarier daran messen, wie stark sie sich für Konsumentenanliegen einsetzten. Dazu wollen sie eine Liste mit konsumentenfreundlichen Parlamentariern präsentieren.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Kurz: die Reichen sorgen schon dafür, dass sie noch reicher werden. Ganz auf Kosten der Konsumenten und der Arbeiter! Die Schweiz ist da ja ein Paradies. So schön und legal kann man weltweit nirgends die Leute abzocken. Statt sich zu wehren, nicken die Dumpfbacken alles ab, was von Oben kommt! Abzockerinitiative und was ist geblieben? Nix, aber auch rein gar nix! Oder haben Sie heute mehr Lohn in der Tasche (ich reden nicht von +1.-)? Abzockerparadies Schweiz und niemand tut was dagegen!
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    deutschen Arbeitsbedingungen? Haben wir doch längst schon. Oder wieviele von Ihnen haben noch keine deutschen Vorgesetzten...?
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    1. Antwort von N. Humor, koblenz
      Nein hätte die CH deutsche Verhältnisse würden die Leute 30 Tage bezahlten Urlaub haben und 7 bezahlte Feiertage und in großen Unternehmen die 35h Woche, sonst 38. Also, so schlimm ist es hier auch nicht. Nur die Konkurrenz ist härter. Aber das Leben einfacher.
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  • Kommentar von Werner Hofer, Dübendorf
    Konkret heisst das: Die Löhne müssen SOFORT auf die Hälfte oder gar ein Drittel der aktuellen höhe gekürzt werden! Die sind im Verhältnis zum Ausland nähmlich um dies zu hoch. Eine Schande, dass man den Mitarbeiter/innen heute noch so viel bezahlt.
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    1. Antwort von F.Fischer, Basel
      @Hofer, falsch! Konkret heisst das, dass die Menschen welche die Wertschöpfung (Arbeiter) generieren mehr von der Wertschöpfung haben und Menschen welche die Wertschöpfung (CEO's, Aktionäre) organisieren nicht derart viel bekommen sollen. Das ist ja auch der Grund für das Übel des endlosen Wachstums. In einem fairen Umfeld hat der Wertschöpfende Arbeiter eben nicht weniger. Unser System ist krank, wollen wir es so lassen?
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    2. Antwort von Franz Peter, Uster
      @F.Fischer: mit den wertschöpfenden Mitarbeitern haben Sie recht. Trotzdem kann es nicht funktionieren, dass wir in der CH gleich tiefe Preise haben und dabei aber doppelte bis dreifache Löhne kassieren. Reine Logik.
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    3. Antwort von M.Müller, Zürich
      @Peter, Wir gehören zu den produktivsten Völker der Welt und dies sollten sie auch in Ihre reine Logik einbauen wie die Verteilung von Risiko u. Gewinn. Nur Landen die Gewinne dieser Produktivität in einseitigen Kanälen. Schauen Sie die demographische Entwicklung in der Schweiz an und fragen Sie sich wie die Reichen immer reicher werden, wie der Mittelstand weggebracht und die Armen immer ärmer werden. In der Schweiz u. der ganzen Welt ist eine Vermögensumschichtung im Gang.
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    4. Antwort von Ramon Gfeller, Bern
      Von den überrissenen Preisen hier in der Schweiz profitieren nur die Generalimporteure und einige Ladenketten. Apropos Löhne: Die Lohnstückkosten in Deutschland sind HÖHER als in der Schweiz. Mehr Ferien, mehr Feiertage, weniger Arbeitsstunden/Woche, höhere staatliche Abgaben. Kenne ein KMU aus dem Aargau, welches in DE produzieren wollte. Die Überraschung war gross, als sie zu rechnen anfingen.
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    5. Antwort von N. Humke, koblenz
      @werner hofer Nein, ein Facharbeiter verdient 3000 € im Schnitt das sind 3600Franken. Und das Netto, dh er muss auch keine zusatzkosten Krankenkasse Zahnarzt usw einplanen. Und für Lebensmittel gibt eine Familie im Schnitt 3-400€ aus und Miete 600€. Dazu Tel. 30€ usw... Da muss man schon nachdenken, gell
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