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Wirtschaft Konzernchef geht – Entschädigung kommt

Kurz vor Weihnachten sind zwei Abgänge von Wirtschaftsgrössen in der Schweiz bekannt geworden. Bei Sulzer tritt der Präsident des Verwaltungsrats zurück; beim Stahlkonzern Schmolz & Bickenbach der CEO. Das könnte mit der Abzocker-Initiative zusammenhängen – und den Abgangsentschädigungen.

Johannes Nonn – CEO der «Schmolz & Bickenbach»-Stahlwerke.
Legende: Johannes Nonn – noch ist er CEO von Schmolz & Bickenbach. Keystone

Der Chef von Schmolz & Bickenbach, Johannes Nonn, profitiert von einer Klausel im Vertrag: der «Change of Control»-Klausel. Wenn der Verwaltungsrat komplett wechselt – das ist bei Schmolz & Bickenbach der Fall –, dann hat der CEO sechs Monate Zeit zu entscheiden, ob er im Unternehmen bleiben will oder nicht.

Entscheidet er sich dagegen, bekommt er als Entschädigung 4,4 Millionen Franken. Etwas, das demnächst kaum noch durchsetzbar wäre – wegen der Abzocker-Initiative.

Zwar sei bei der Initiative vieles ungenau, sagt Thomas Geiser. Er ist Professor für Arbeitsrecht an der Universität St. Gallen. Dennoch: «Diese Entschädigung, wie sie hier zur Diskussion steht, würde ich relativ bedenkenlos unter eine nicht mehr zulässige Abgangsentschädigung subsummieren.»

Warten auf Geschäftsbericht

Es wäre schwierig geworden, diese Zahlung im Februar noch durchzuziehen, ist Geiser überzeugt. «Da werden sich natürlich einige sagen, wenn ich ohnehin gehen will, dann lieber ein paar Monate vorher als ein paar Monate später mit einer Vielzahl juristischer Probleme.»

Bezüglich des Rücktritts von Sulzer-Verwaltungsratspräsident Manfred Wennemer ist noch nichts bekannt von einer Abgangsentschädigung. Dort wird erst der Geschäftsbericht im Frühling zeigen, ob eine solche Zahlung getätigt wurde.

4 Kommentare

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  • Kommentar von R.käser, Zürich
    Ich verstehe die Aufregung nicht! Das Schweizer Volk hat zu 2/3 nein gesagt zu 1:12. Also ist das richtig wenn abgezockt wird was das Zeug her gibt. Mein Beileid Hr. Nonne dass Sie nicht fähig waren noch mehr abzuzocken. Ich bin gespannt wer im 2014 die Schweizer am besten auf das Kreuz legt und am meisten abzockt. Ich gehe davon aus, dass wie gewohnt auch im 2014 die besten Zocker aus der Pharma und Bänkster Bereich kommen werden. Die Banker denken, zum Glück zahlt das Volk die US Bankbussen:-)
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  • Kommentar von Sebastian Hablützel, Thurgau
    Eine riesen Schweinerei Wir "normalen" Angestellten müssen uns, wenn's gut geht, mit einer Lebenslohnsumme von 2.5 Mio. zufrieden geben. Dieser Schmarotzer kassiert mehr als 1½ x so viel, fürs davon laufen. Dies, weil vielleicht die neuen Chefs "nicht passen". Mal sehnen ob ich das beim nächsten Chefwechsel auch so machen kann.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Ich glaube wir müssen uns für's 2014 bewusst werden, dass es nur noch ums Geld geht. Regierungsmittglieder, Beamte, Politiker, CEO's, usw., alle wollen vor allem Kohle scheffeln. Der Hammer: gerade diejenigen die uns ständig mit dem erhobenen Zeigefinger zum "sparen" ermahnen, kassieren selber am meisten ab, auch illegal! Doppelmoral a la "ohne Geld glücklich" aber dann neidisch abstimmen, helfen uns nicht weiter. Jeder will Geld für seine Arbeit, nur die Umverteilung muss stimmen!
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