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Wirtschaft Kroatien wird EU-Land: Was das für die Schweiz heisst

Am 1. Juli wird Kroatien 28. EU-Mitglied – mit Folgen für die Schweiz: Die EU erwartet Unterstützungsgelder und die Ausweitung des Personenfreizügigkeits-Abkommens auf das Beitrittsland. Dieses befindet sich seit 4 Jahren in der Rezession.

Marktfrau aus Kroatien
Legende: Wochenmarkt in Split: Kroatien ist ein beliebtes Ferienziel. Das aber reicht nicht für eine florierende Wirtschaft. SRF

Nach dem Willen der EU soll die Schweiz das Personenfreizügigkeits-Abkommen, das es mit den Mitgliedsländern unterhält, auch auf Kroatien ausdehnen. Der Bundesrat hat ein entsprechendes Verhandlungsmandat im Dezember letzten Jahres verabschiedet. Es könnte am Treffen zwischen dem Schweizer Staatssekretär Yves Rossier und EU-Exekutivdirektor David O’Sullivan am Dienstag zum Thema werden.

Kampf gegen Korruption und Bürokratie

Seit 4 Jahren befindet sich Kroatien in der Rezession. Den Rückgang der Wirtschaft aufzuhalten gehört deshalb zu den Prioritäten der kroatischen Regierung, die seit etwas mehr als einem Jahr im Amt ist. Sie will neue Arbeitsplätze schaffen – durch ein Hilfsprogramm und indem sie das Investitionsklima verbessert.

Ausländische Unternehmen sollen zunehmend eine Rolle in Kroatien spielen. Ziele sind, die bürokratischen Hürden abzubauen, die Korruption einzudämmen und Staatsbetriebe zu privatisieren.

Zentrale Einnahmequelle des Landes ist der Sommer-Tourismus. Er macht bis zu 20 Prozent des BIP aus. Weitere Gelder resultieren etwa aus dem Schiffbau – trotz schwieriger Auftragslage – und der Holzverarbeitungs-Industrie. Kroatien leidet allerdings unter einer stark importorientierten Wirtschaft. Es weist deshalb ein Handelsdefizit aus.

Chancen für Schweizer Firmen

Umso willkommener sind die EU-Fördergelder, von denen erste bereits während der Beitrittsverhandlungen gesprochen wurden. Mit ihnen wurde beispielsweise die Infrastruktur verbessert, vor allem das Autobahnnetz. Das Schienennetz dagegen hat hohen Modernisierungs-Bedarf, genauso wie der Energie-Sektor.

Hier könnten sich Chancen für Schweizer Firmen auftun, ist Ivica Jakic, Präsident der schweizerisch-kroatischen Geschäftsvereinigung, überzeugt. Es gebe aber auch Potenzial für kroatische Arbeitskräfte in der Schweiz. «Kroatische Bauarbeiter sind sehr gut ausgebildet», nennt Jakic ein Beispiel.

Zwei Drittel der Stimmenden in Kroatien sprachen sich für den EU-Beitritt aus – allerdings lag die Stimmbeteiligung bei weniger als 50 Prozent. Es gibt aber auch kritische Stimmen im Mittelmeer-Land: Diese warnen vor der Einwanderung günstigerer Arbeitskräfte aus Rumänien oder Bulgarien.

Dazu verunsichert der Wegfall der Zollfreizone mit den sogenannten CEFTA-Nationen. Dies sind wichtige Exportländer aus dem osteuropäischen Raum, die (noch) nicht zur EU gehören, zum Beispiel Bosnien und Serbien. «Für gewisse Industriezweige wird das ein ernster Nachteil sein», sagt die Direktorin des Institute of Economics in Zagreb, Sandra Švaljek. Es sind dazu aber Gespräche zwischen CEFTA und EU im Gange.

Der EU-Beitritt wird Kroatien nicht nur Chancen bieten. Er wird das Land auch vor weitere grosse Herausforderungen stellen.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Darko Sedmak, Zagreb
    Der Beitrag war sehr interessant, kurz aber informativ. Die kroatischen Probleme wurden leider nur oberflächlich beleuchtet, sind diese im Alltag doch viel komplexer und reichen viel weiter, als man sich dies gemeinhin vorstellen kann. Kroatien steht real gesehen wesentlich schlechter da als dies im Bericht aufgezeigt wird. Von einem Exodus der Kroaten in die Schweiz ist nicht auszugehen, obwohl es gewiss auch viele Kroaten gibt, die mindestens in Gedanken schon auf gepackten Koffern sitzen.
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  • Kommentar von Tobias Funk, Embrach
    Ja seit wir die PFZ haben, ja seither strömen die uns ausnutzenden Einwanderer nur so in unser Land! Seltsamerweise sind es vor allem diese kriminellen Deutschen, die unsere Wirtschaft aussaugen. Dabei sollten es doch "Bulgarische Raben" sein. Ich finde es spannend, dass es in Kroatien auch solche Angsthasen gibt, die meinen mit der PFZ wird das Land mit billigen Arbeitern überschwemmt. Die sind ja gar nocht so anders als viele die hier kommentieren, quasi Schwarzmaler.
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  • Kommentar von Hürlimann Werner, Glarus
    Schweiz muss jetzt aufwachen, Personenfreizügigkeit muss gekündigt werden. Noch mehr Geld, unsere Regierung hat sich nicht mehr im Griff. Wier haben genug Kriminaltät.
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