Kuoni schliesst Konzernumbau ab

Schnell hat der Schweizer Reiseveranstalter einen Käufer für seine indische Sparte gefunden. Noch in diesem Jahr sollen alle Formalitäten unter Dach und Fach sein. Damit hat Kuoni sein komplettes Geschäft nun schneller als geplant verkauft.

Firmen-Logo. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nägel mit Köpfen: Bereits vor gut einem Monat wurde das Europageschäft verkauft. Nun folgt der asiatische Ableger. Keystone

Kuoni kann seinen Anfang Jahr angekündigten radikalen Konzernumbau abschliessen. Das Unternehmen hat auch für sein Reiseveranstaltergeschäft in Indien und Hongkong einen Käufer gefunden.

Der Käufer des indischen Reisegeschäfts und des Reiseveranstalters in Hongkong ist die kanadische Investmentholding Fairfax Financial. Sie übernimmt das Geschäft als Ergänzung für ihre Tochterfirma, den Reisedienstleister Thomas Cook India. Der Kaufpreis betrage 79 Millionen Franken, teilte Kuoni mit.

Ende Juni hatte Kuoni bereits mitgeteilt, an wen das europäische Reiseveranstaltergeschäft verkauft wird. Es ist der deutsche Rewe-Konzern, der mit seiner Tochter DER Touristik im Reisegeschäft tätig ist. Kuoni hatte damals mitgeteilt, das Reiseveranstaltergeschäft in Indien und Hongkong bis zum Ende des Jahres verkaufen zu wollen. Dies ist ihr nun gelungen.

Name Kuoni bleibt vorerst

Die Käufer übernähmen alle rund 1800 Mitarbeiter in Indien und Hongkong und führten die Geschäfte weiter, teilte Kuoni mit. «Ich freue mich sehr, dass wir für alle Einheiten eine zukunftsgerichtete Lösung gefunden haben», wird Konzernchef Peter Meier in der Mitteilung zitiert.

Für die Kuoni-Kunden in Indien und Hongkong wird sich nicht viel ändern. Zumal der Thomas Cook India die Geschäfte unter dem Namen Kuoni weiterführen wird – zumindest vorläufig. Die Marke Kuoni wurde vom Käufer für ein Jahr in Indien und für fünf Jahre in Hongkong lizenziert, wie das Unternehmen mitteilte.

Grösse und Präsenz werden immer wichtiger

Mit dem Verkauf hat der Konzern den im Januar angekündigten Konzernumbau vollzogen. Zwar müssen die Wettbewerbsbehörden dem Deal noch zustimmen. Konzernchef Meier wird aber in der Mitteilung mit der Aussage zitiert, dass man den Abschluss aller Transaktionen im Laufe des Jahres 2015 erwarte.

Dies ermögliche Kuoni, sich auf die weitere Entwicklung der Kerngeschäfte zu konzentrieren. Fortan will sich der Kuoni-Konzern als reiner Branchendienstleister positionieren. Weitergeführt wird einerseits die lukrative Bearbeitung von Visaanträgen im Auftrag von Staaten, anderseits der Grosshandel mit Hotelübernachtungen und Reisedienstleistungen sowie Gruppenreisen.

Den Verkauf des gesamten Reiseveranstaltergeschäft hatte Kuoni damit begründet, dass der Konzern zu breit aufgestellt sei.