Kuonis Gewinn kullert in den Keller

Minus 172,1 Millionen Franken. Das ist die ernüchternde Bilanz des Schweizer Tradition-Konzerns Kuoni im ersten Halbjahr 2015. Gründe dafür gibt es verschiedene. Auch ein bisschen Schuld sind die Japaner.

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Kuoni steckt herbe Verluste ein

0:25 min, aus Tagesschau am Mittag vom 21.8.2015

Nicht dass der Verlust überraschen würde. Nach der Veräusserung des Reiseveranstaltergeschäfts fehlt natürlich Geld in der Kasse. 172,1 Millionen Franken beträgt der Verlust.

Laut Kuoni hat die Abstossung des Veranstaltergeschäfts das erste Halbjahres-Ergebnis mit satten 178 Millionen Franken belastet. Auch bei den verbleibenden Aktivitäten konnte Kuoni kaum etwas wettmachen.

Werbeplakat der Firma mit polynesischen Ruderbootfahrern und einem Mann, der vor dem Plakat vorbeischreitet und zu Boden schaut. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Reisegschäft bei Traditionskonzern Kuoni fiel erwartungsgemäss kräftig ins Wasser. Reuters

Bei den fortgeführten Aktivitäten erwirtschaftete der Reisekonzern einen Gewinn von 5,9 Millionen Franken, nach 28,4 Millionen im Vorjahr. Warum das Ergebnis so dürftig ausgefallen ist, hat laut Kuoni verschiedene Gründe.

Auch der Umsatz sank

Das deutlich tiefere Ergebnis im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 erklärt Kuoni mit Marketingaktivitäten im Bereich des Handels mit Hotelübernachtungen, die zu tieferen Margen geführt haben.

Dann ist da natürlich die allgegenwärtige Frankenstärke, durch die bei der Umrechnung in die Berichtswährung die Nettoerlöse geschmälert wurden. Und schliesslich haben die Japaner zum schlechten Ergebnis ebenfalls etwas beigetragen. Ihre Nachfrage nach Gruppenreisen ist massgeblich gesunken.

Einzig im Geschäft mit Visadienstleistungen konnte Kuoni zulegen. Bei den fortgeführten Aktivitäten sank der Umsatz von Kuoni insgesamt um 0,6 Prozent auf 1,53 Mrd. Franken. Das Betriebsergebnis fiel mit 3,6 Mio. Fr. um 80 Prozent tiefer aus als in der Vorjahresperiode.