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Zwei Lindor-Herzen
Legende: Dem Schweizer Konzern Lindt & Sprüngli liegt der US-Markt am Herzen – Grund genug, um die Position weiter auszubauen. Keystone
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Wirtschaft Lindt & Sprüngli schluckt US-Konkurrenten

Der grösste Praliné-Produzent der USA wird schweizerisch: Lindt & Sprüngli hat den Süssigkeitenhersteller Russell Stover gekauft. Der Kilchberger Schokoladenkonzern wird damit zur Nummer Drei in Nordamerika.

Dass Russell Stover zum Verkauf steht, wusste man bereits seit Februar. Doch nun ist klar, wer den Praliné-Produzenten übernimmt: Der Schweizer Konzern Lindt & Sprüngli. Es ist die grösste Firmenübernahme in der Geschichte des in Kilchberg (ZH) ansässigen Unternehmens.

Über den Übernahmepreis macht Lindt & Sprüngli keine Angaben. Im Vorfeld erklärten Insider, es werde über einen Kaufpreis in Höhe von 1,4 Mrd. Dollar gesprochen.

Auch in Hollywood bekannt

Russell Stover mit Sitz in Kansas City besteht seit 1923 und umfasst auch die Marke Whitman's. Lindt & Sprüngli wird mit der eigenen Marke, dem Namen Ghirardelli und den beiden neu dazugekauften Marken in Nordamerika künftig flächendeckend präsent sein, wie das Unternehmen mitteilte.

Russell Stover wurde weltweit durch den oscarprämierten Film «Forrest Gump» mit Tom Hanks in der Titelrolle bekannt. Forrest Gump sitzt auf einer Parkbank, sinniert über das Leben und futtert Pralinés. «Meine Mutter hat immer gesagt: Das Leben ist wie ein Schachtel Pralinen – man weiss nie, was man bekommt.» Der Spruch gilt als eines der berühmtesten Filmzitate der jüngeren Geschichte.

«Kauf war ein strategischer Schachzug»

Nordamerika war jetzt schon der wichtigste Markt für Lindt & Sprüngli. Der Umsatz hat dort in den vergangenen zwei Jahrzehnten enorm zugenommen: Nach Angaben des Unternehmens beliefen sich die Verkäufe 1992 auf 30 Mio. Dollar. Mit Russell Stover erwarte man, im nächsten Jahr die Marke von 1,5 Mrd. Dollar zu knacken.

Audio
Eine Milliarden-Übernahme bei Linth & Sprüngli (14.7.2014)
02:49 min
abspielen. Laufzeit 02:49 Minuten.

Jeder US-Amerikaner isst im Schnitt rund fünf Kilogramm Schokolade pro Jahr, etwa halb so viel wie ein Schweizer. Angesichts der fast 320 Millionen potenziellen Konsumenten verspricht der US-Markt gute Geschäfte für die Zukunft.

«Die USA sind der grösste und einer der dynamischsten Märkte», sagte denn auch Verwaltungsratspräsident und Konzernchef Ernst Tanner. Der Kauf von Russell Stover sei ein strategischer Schachzug. In Asien oder Lateinamerika gebe es aktuell keine vergleichbaren Zukaufmöglichkeiten.

Audio
Lindt & Sprüngli expandiert in den USA
03:16 min, aus Rendez-vous vom 14.07.2014.
abspielen. Laufzeit 03:16 Minuten.

«Diese Akquisition war eine einmalige Gelegenheit, die wir anfassen mussten», so Tanner weiter. Trotz der grossen Investitionen in den nordamerikanischen Markt werde Lindt & Sprüngli die Schwellenländer aber nicht aus dem Fokus verlieren.

Gutes Halbjahr

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Der Umsatz von Lindt & Sprüngli wuchs im ersten Halbjahr um 9,2 Prozent auf 1,2 Mrd. Franken. In Schweizer Franken gerechnet kommt der Konzern auf ein Verkaufsplus von 6 Prozent. Zugenommen habe die Nachfrage insbesondere in Europa, Nordamerkia und Australien, hiess es.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von M,Kaiser , Rebstein
    Die Welt ernährt sich nur noch von Pralinen , wozu brauchen wir denn noch die EU ? Scherz bei Seite , so ähnlich könnten aber im Ernstfall, die restlichen Geschäfte der CH doch auch laufen oder irre ich mich da ? Werde sicher Antworten der EU - Spezialisten bald erhalten - im Voraus schon mal Dank . Also keine Panik auf der Titanic ! Die liebe EU wird sich Mühe geben - wetten ?
  • Kommentar von Rudi Rappolswiller , Zürich
    Sehr geehrter Herr Schwab, - soweit mir bekannt ist, haben wir keine Bilateralen Verträge mit den USA und können da geschäften mit wem wir wollen und wie wir wollen.
  • Kommentar von Rudi Rappoldswiller , Zürich
    Das ist ja toll!!! Was wollen wir denn von der EU?
    1. Antwort von S.M. Hatten , Zürich
      Die EU bleibt wohl trotz der paar Pralinées der wichtigste Handelpartner der Schweiz. Um Längen.
    2. Antwort von Rudi Rappoldswiller , Zürich
      Herr Hatten, - weltweit gibt es aber noch viele Pralinées, China, Russland usw. Haben Sie auch gesehen, welchen Erfolg die EMS Werke haben? Da gibt es ja zu tun in Hülle und Fülle, wenn man will. Vielleicht möchten Sie nicht?
    3. Antwort von Albert Planta , Chur
      Ja, ja, die Emser machen viele Pralinés. Ich schätze aber mehr die von St. Moritz.
    4. Antwort von Walter Schwarb , Ueken
      @Rappoldswiler, das ist ja ein absolut überflüssiger Kommentar, schon vergessen, dass bei den EU-Hassern die USA auch immer gleich mit in die Feindesliste genommen werden, also, was ist denn daran toll? Da müsste ja L&S viele lieber in China oder Russland Pralinés verkaufen.