Lindt&Sprüngli verdient mehr

Bei Edelschokolade wie Lindor-Kugeln und Goldhasen greifen die Konsumenten beherzt zu – trotz steigenden Preisen. Das hat bei Lindt&Sprüngli in der ersten Jahreshälfte die Kassen klingeln lassen: Der Reingewinn schoss um 15,6 Prozent in die Höhe.

Ein Hand deutet auf die Lindor-Kugeln. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Gewinnsteigerung begründet Lindt&Sprüngli vor allem mit dem Umsatz- und Volumenwachstum sowie mehr Effizienz. Keystone

Die Verantwortlichen von Lindt&Sprüngli sind zufrieden: Der Gewinn im ersten Halbjahr belief sich auf 65 Millionen Franken. Mit dem Gewinnbeitrag der im Sommer übernommenen US-Firma Russell Stover musste die Gruppe etwas mehr Steuern abliefern.

Angesichts der steigenden Preise für Kakaobohnen, Haselnüsse und Mandeln waren die Gewinnzahlen von Branchenbeobachtern gespannt erwartet worden. Die Steigerung des Betriebsgewinns begründet Lindt&Sprüngli nun mit dem Umsatz- und Volumenwachstum, Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen sowie dem erstmaligen Einbezug des Ergebnisses von Russell Stover in die Konzernrechnung.

Sogar noch mehr Betriebsgewinn wäre laut Lindt&Sprüngli mit einem schwächeren Schweizer Franken drin gelegen. Lindt&Sprüngli hält aber trotz des starken Frankens am Standort Schweiz fest, wie in der Mitteilung betont wurde.

«Gut, besser, Lindt»

Mit den Gewinnzahlen übertraf der Schokoladenhersteller aus Kilchberg (ZH) die Erwartungen der Analysten. «Gut, besser, Lindt», übertitelten etwa die Analysten der Zürcher Kantonalbank ihren Kommentar.

Schon mit den bereits Mitte Juli veröffentlichten Umsatzzahlen hatte das Traditionsunternehmen die Branchenbeobachter beeindruckt. In den ersten sechs Monaten des Jahres kletterte der Umsatz um 17,4 Prozent auf 1,409 Milliarden Franken. Auch unter Ausklammerung von Russell Stover betrug das organische Wachstum noch 9,4 Prozent.

Dazu beigetragen haben sowohl die europäischen Kernmärkte, der weltweit grösste Schokoladenmarkt Nordamerika, die Aufbaumärkte und der Ausbau des eigenen Laden-Verkaufsnetzes, wie Lindt&Sprüngli schrieb. Sogar im weitgehend gesättigten Schweizer Markt seien gute Resultate erzielt worden. Rund 10 Prozent des Umsatzes stammen aus der Schweiz.

Teure Kakaobohnen sorgen Branche

Während Lindt&Sprüngli sich laufend ein grösseres Stück vom Schokoladenmarkt abschneidet, kämpft die Branche mit steigenden Rohstoffpreisen. Die deshalb erfolgten Preiserhöhungen der Industrie haben vielen Konsumenten die Lust auf Süsses verdorben und lassen die weltweite Schokoladennachfrage stagnieren.

Auch Lindt&Sprüngli erhöhte die Preise. Dies zwar vorsichtig, sprich «etwas stärker in den USA als in den europäischen Märkten». Die Konsumenten aber hielt das nicht davon ab, bei den Pralinés und Tafeln von Lindt&Sprüngli herzhaft zuzugreifen. Das Premiumsegment weise nach wie vor ein überdurchschnittliches Wachstum aus, schrieb Lindt&Sprüngli im Halbjahresbericht.

Für das Gesamtjahr erwartet die Gruppe ein Wachstum in Lokalwährungen von 6 bis 8 Prozent. Nach erfolgreichem Abschluss der Integration von Russell Stover soll zudem auch die Profitabilität steigen.