Madoff-Mitarbeiter müssen mit Gefängnisstrafen rechnen

Seit fünf Jahren sitzt Bernard Madoff im Gefängnis, weil er Tausende Anleger um ihr Erspartes brachte. Nun rechnet ein US-Gericht mit einigen seiner Mitarbeiter ab.

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Bildlegende: War hier noch in Freiheit: Bernard Madoff verlässt 2009 ein Gerichtsgebäude. Reuters

Fünf ehemalige Mitarbeiter des Wall-Street-Betrügers Bernard Madoff müssen mit Gefängnisstrafen rechnen. Eine Jury in New York sprach die Investmentexperten und Computerprogrammierer der Beihilfe zu dem gigantischen Anlagebetrug für schuldig. Über das Strafmass entscheidet ein Richter später.

«Das grösste Schneeballsystem aller Zeiten konnte nicht das Werk einer einzelnen Person gewesen sein», erklärte Staatsanwalt Preet Bharara. «Die Angeklagten spielten alle eine wichtige Rolle bei dieser Scharade.» Sie hätten bei der Umsetzung oder der Vertuschung geholfen.

150 Jahre Haft für Madoff

Madoff war 2009 zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er die Anleger in seiner Investmentfirma um rund 20 Milliarden Dollar gebracht hatte. Er hatte Traumgewinne versprochen, diese jedoch mit dem Geld neuer Anleger bezahlt. In der Finanzkrise 2008 brach das Schneeballsystem zusammen.

Madoff hatte wiederholt beteuert, alleine gehandelt zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben sich jedoch neun weitere Personen bereits schuldig bekannt, mitgemacht zu haben. Der Betrug sei mindestens seit Anfang der 1970er-Jahre gelaufen, erklärte Bharara.

Ein Treuhänder hat etwa die Hälfte des verschwundenen Geldes über Klagen gegen Banken und Gewinner des Schneeballsystems wieder hereingeholt. Erst im Januar wurde Madoffs Hausbank JPMorgan Chase mit 1,7 Milliarden Dollar zur Kasse gebeten. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte der US-Branchenprimus Warnzeichen für den Betrug ignoriert.