Nervosität an den Börsen Manchmal braucht es nur wenig für grössere Turbulenzen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Dow Jones hat in dieser Woche einen Kurssturz verzeichnet – nach einer aussergewöhnlich langen ruhigen Phase.
  • In einer solchen Situation braucht es oft nur wenig und die Aktienmärkte reagieren. Die Anleger verkaufen dann lieber.

Wenn es lange gut läuft an der Börse, braucht es oft nur wenig und schon verkaufen die Anleger lieber, um rechtzeitig das investierte Geld und die Gewinne noch abzuschöpfen.

Auslöser für solche Verkäufe waren diese Woche unter anderem Nachrichten aus den USA: Möglicherweise habe es geheime Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump und der russischen Regierung gegeben.

Das habe die Anleger verunsichert, sagt Thomas Stucki, Anlagechef bei der St. Galler Kantonalbank. «Vorher war es auch aussergewöhnlich ruhig. Die Kurse sind gestiegen – ohne grosse Rückschläge. Jetzt haben die politischen Unsicherheiten und Unruhen in Washington die Stimmung zumindest kurzfristig zum Kippen gebracht», sagt er.

«  Jetzt haben die politischen Unsicherheiten und Unruhen in Washington die Stimmung zumindest kurzfristig zum Kippen gebracht. »

Thomas Stucki
Anlagechef St.Galler Kantonalbank

Am Mittwoch erlitt der Dow Jones den grössten Tagesverlust seit letztem September – ein Minus von knapp zwei Prozent. Der Schweizer Leitindex SMI hat hingegen weniger stark reagiert. Wie so oft – wenn weltweit die Märkte unruhig sind, sagt Stucki. «Die Schweiz ist ein eher defensiver Markt. Das heisst: In Krisenzeiten verliert man weniger. Auf der Gegenseite hat man dann in diesen riesigen ‹Bull-Phasen› halt auch weniger Gewinnpotential.»

Am Mittwoch machte der SMI ein Minus von 1,4 Prozent. Vor allem die Aktienkurse von kleineren Schweizer Firmen haben verloren, denn: Diese waren in den letzten Wochen stark gestiegen, sagt Stucki und erklärt: «Sie haben jetzt auch überdurchschnittlich stark verloren – insbesondere die Industriefirmen – zum Beispiel Bossard oder auch Oerlikon und Georg Fischer. Aber auch die Banken haben überdurchschnittlich stark verloren.»

«  Auf der Gegenseite hat man dann in diesen riesigen ‹Bull-Phasen› halt auch weniger Gewinnpotential. »

Thomas Stucki
Anlagechef bei der St. Galler Kantonalbank

Denn: So mancher hatte gehofft, dass Donald Trump bald schon die Regulierung der Banken in den USA lockert. Doch vorerst dürfte der US-Präsident wegen der neuen Vorwürfe noch anderweitig beschäftigt sein. Viele Aktionäre haben deshalb Bankaktien verkauft.