Medikamentenpreise drücken Aussenhandel ins Plus

Der Schweizer Aussenhandel ist im ersten Halbjahr gewachsen. Das Plus der Exporte geht auf gestiegene Medikamentenpreise zurück. Uhren- und Maschinenindustrie dagegen müssen Rückschläge hinnehmen.

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Bildlegende: Die Aussenhandelsbilanz fällt dank der Medikamentenpreise positiv aus. Keystone

  • Exporte 5,1 Prozent im Plus dank Medikamentenpreisen
  • Ohne Chemie- oder Pharmabranche negative Exportergebnisse
  • Absatzrückgänge vor allem bei Uhren- und Maschinenbranche
  • Nordamerika gewinnt als Exportmarkt an Bedeutung
  • Importe steigen um 3,9 Prozent

Der Schweizer Aussenhandel ist im ersten Halbjahr gewachsen. Das Plus der Exporte um 5,1 Prozent auf 105,4 Milliarden Franken geht vor allem auf gestiegene Medikamentenpreise zurück. Vor allem in die USA konnten mehr und teurere Medikamente exportiert werden. «Die Hälfte aller Exporte in die USA sind Pharmaprodukte», sagt Matthias Pfammatter, Ökonom bei der Zollverwaltung.

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Trotz des starken Frankens hätten inzwischen viele Länder die finanzielle Möglichkeit, sich die teuren Schweizer Medikamente zu leisten. «Das bedeutet ein günstiges Marktumfeld», so Pfammatter weiter.

Neben den Medikamenten seien im Ausland auch Päzisionsinstrumente sehr gefragt, die in der Medizin verwendet werden. Hinzu kommen weitere Produkte aus dem Gesundheitsbereich: «Herzschrittmacher oder Hörgeräte, die in der Schweiz produziert werden, gewinnen stärker an Bedeutzung», ergänzt der Ökonom.

Uhren- und Maschinenindustrie im Minus

Ohne den Schwung der Chemie- und Pharmabranche würden die Exportergebnisse negativ ausfallen, wie die Zahlen der Zollverwaltung zeigen. Mit Absatzrückgängen kämpfte vor allem die Uhren- und Maschinenbranche.

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Die Importe wuchsen um 3,9 Prozent auf 86 Milliarden Franken. In der Handelsbilanz resultiert ein neuer Rekordüberschuss von 19,3 Milliarden Franken.

Nach Ländern betrachtet lief es für die Schweizer Exporteure in Nordamerika sehr gut (+16 Prozent). Auch Europa verzeichnet ein Plus (5 Prozent). Nicht wachsen konnte der Versand nach Lateinamerika und Asien.

Aus Lateinamerika gingen auch die Importe zurück. Die Bezüge aus Nordamerika und Europa hingegen stiegen.

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