Meyer Burger streicht nochmals 250 Stellen

Der Industriekonzern Meyer Burger in Gwatt (BE) baut weitere 270 Stellen ab. Grund dafür ist laut dem Unternehmen die Krise in der Solarindustrie. Trotz angekündigter Sparmassnahmen brach der Aktienkurs ein.

Techniker bder Meyer Burger AG arbeiten in der Montagehalle in Gwatt bei Thun (BE). Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Montagehalle in Gwatt bei Thun (BE): Meyer Burger verarbeitet verschiedenste hart-spröde Materialien. keystone

Der von der Krise der Solarindustrie gebeutelte Industriekonzern Meyer Burger muss erneut auf die Kostenbremse treten. Als Konsequenz baut Meyer Burger nun weitere 250 Stellen ab. 50 davon fallen bei der deutschen Tochter Roth und Rau weg.

Kapitalerhöhung nötig?

Die Anleger reagierten negativ auf die Meldung aus Gwatt bei Thun (BE). Die
Aktie brach bis zwischenzeitlich um über 7 Prozent ein. Die Meyer-Burger-Papiere verloren im laufenden Jahr mehr als die Hälfte ihres Werts und liegen damit so tief, wie seit sechs Jahren nicht mehr

Die Bank Vontobel meint, es stelle sich die Frage nach der Liquidität vom Meyer Burger. Diese dürfte bis Ende 2013 sehr stark einbrechen, denn auf der Basis der neuen Prognose für das laufende Geschäftsjahr lasse sich ein Nettoverlust von 80 bis 90 Millionen Franken erahnen.

Daher könnten in den kommenden 6 bis 12 Monaten Kapitalerhöhungen erforderlich sein. Die gleiche Befürchtung hegt auch die UBS, wenngleich sie auf den Nettobestand an flüssigen Mitteln in Höhe von 104 Millionen Franken zur Jahresmitte verweist.

Aktienkurs bricht ein

Meyer Burger rechnet neu mit einem Umsatz von leicht über 600 Millionen Franken, was am unteren Ende der bisherigen Zielspanne von 600 bis 800 Millionen liegt.

Kurz nach 10 Uhr lag die Aktie 7,9 Prozent im Minus. Der Titel erholte sich danach wieder leicht. Beim Börsenstart hatten die Papiere des Konzerns bereits 1,9 Prozent eingebüsst.

Aktienkurs von Meyer Burger von heute. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Absturz auf um fast 8 Prozent: Die Restrukturierungspläne von Meyer Burger beindrucken die Aktienhändler vorerst nicht. sf

Seit Jahresbeginn verloren die Meyer-Burger-Aktien rund die Hälfte an Wert. Auf dem Höhepunkt des Solarbooms hatten die Papiere im Sommer 2011 gar fast 44 Franken gekostet.

Schuldenkrise stürzt Solarbranche in die Krise

Eine erste Restrukturierungswelle hatte Meyer Burger bereits im Frühling eingeläutet. Seither wurde fast jede fünfte Stelle des Unternehmens gestrichen. Momentan beschäftigt Meyer Burger nach eigenen Angaben umgerechnet auf Vollzeitstellen insgesamt 2272 Mitarbeiter.

Welche weiteren Konzernbereiche vom Abbau sonst noch betroffen sind und in welchen Ländern Stellen eingespart werden, kann gemäss Meyer Burger zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt gegeben werden. Ziel des Personalabbaus ist eine Reduktion der laufenden Kosten um jährlich 30 Millionen Franken.

Die Verwerfungen in der Solarindustrie wurden durch die Schuldenkrise ausgelöst. Damit verbunden war nämlich auch der Wegfall von Subventionen, Überkapazitäten – und damit einhergehend: ein Preiszerfall für Solarmodule.