Microsoft und Google kämpfen gegen Kinderpornografie

Dank einer neuen technologischen Entwicklung sollen künftig bis zu 100'000 Suchbegriffe mit kinderpornografischem Material bei der Suche blockiert werden. Vorerst wird die Änderung nur bei der englischen Suche angewendet, später sollen 150 weitere Sprachen folgen.

Eine Lupe zeigt das Logo von Google und dessen Suchmaske. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Google nutzt künftig eine Entwicklung von Microsoft, um kinderpornografische Inhalte aus der Suche zu entfernen. Keystone

Google und Microsoft wollen härter gegen Kinderpornografie im Internet vorgehen. Unter anderem wurden die Suchergebnisse angepasst, damit Links zu kinderpornografischem Material nicht mehr angezeigt werden. Dies schreibt Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt in einem Beitrag in der Zeitung «Daily Mail». Dadurch seien Ergebnisse zu mehr als 100'000 Suchanfragen bereinigt worden.

Vorerst werde die Anpassung der Suchergebnisse erst in Englisch umgesetzt, später sollen dann auch 150 weitere Sprachen angepasst werden, kündigte Schmidt an. «Damit werden die Massnahmen tatsächlich weltweit Wirkung zeigen.»

Microsoft erklärte, auch seine Suchmaschine Bing werde bei einer Suche nach Kinderpornografie-Begriffen gesäuberte Ergebnislisten zeigen. Google und Microsoft wickeln weltweit schätzungsweise 95 Prozent aller Online-Suchanfragen ab.

Digitaler Fingerabdruck für Bilder

Ausserdem bemühen sich Google und Microsoft, die Verbreitung von Fotos zu stoppen: Jedes als illegal eingestufte Bild bekomme einen digitalen Fingerabdruck, damit es immer wieder herausgefiltert werden könne, schrieb Schmidt. Die Technologie dafür komme von Microsoft.

Entwickler von YouTube arbeiteten an einer ähnlichen Software auch für Videos. Bei Google hätten sich in den vergangenen drei Monaten 200 Mitarbeiter mit dem Problem befasst, so Schmidt weiter.

Google und Microsoft reagieren mit ihrer Initiative auf einen Vorstoss des britischen Premierministers David Cameron. Der Regierungschef hatte im vergangenen Sommer die Internetkonzerne zum Handeln aufgerufen. In einer Stellungnahme begrüsste Cameron die Massnahmen als «einen wirklichen Schritt nach vorne».

Problem kann nicht komplett aus der Welt geschaffen werden

Der Austausch von illegalen kinderpornografischen Bildern und Videos findet nach Experteneinschätzungen aber nur zu einem kleineren Teil in dem Bereich des Web statt, das durch Google, Microsoft und andere Anbieter in einem Suchindex erfasst wird.

«Diese Täter nutzen nicht Google, um nach diesen Bildern zu suchen», sagte Jim Gamble, von der Schutz-Organisation CEOP (Child Exploitation and Online Protection Centre) dem britischen Rundfunksender BBC. «Die gehen in die dunklen Ecken des Internets auf Peer-to-Peer-Websites.» Dort werden Dateien direkt zwischen Nutzern ausgetauscht.